zurück zur Übersichtsseite

HS
Krankheiten, Seuchen und das Weltende
Prof. Dr. Jürgen Wolf
Di.:      noch offen
Raum: noch offen
Beginn: 2. Semesterwoche

Veranstaltungsnummer: LV-09-865-DPM-040
Vorlesungsverzeichnis

ACHTUNG: Alle Materialien, Termine, Hinweise etc. sind demnächst über die ILIAS-Seite des Seminars abrufbar!
Wichtiger Hinweis:
Ergänzend zum Hauptseminar findet im Bereich der Älteren deutschen Literatur (ÄdL) eine Vorlesung zu "Spätmittelalter – Zeit des Wandels und der Umbrüche?" und ein Oberseminar zu "Sach-/Fachliteratur des Mittelalters (Medizin, Berichte über Krankheiten u.a.m.)" statt!

Ziel und Inhalt


Die volkssprachige Literatur des Mittelalters wird weit mehr durch Berichte über Krankheiten, Seuchen und vor allem das Weltende geprägt als durch die allseits bekannten Rittergeschichten, höfischen Feste und Aventiuren. Im Seminar sollen neben den höfischen Epen, die selbstverständlich ebenfalls darüber berichten, auch andere Literaturformen in den Blick genommen werden, die zwar oft breit überliefert, aber kaum bekannt sind. Exemplarisch sei verweisen auf Chroniken, Rechtsbücher, Medizin- und Kräuterbücher, Segen, Pesttraktate und Totentänze.
Im Seminar werden mittelhochdeutsche und mittelniederdeutsche Originaltexte gelesen und analysiert.

Exkursion
Im Rahmen des Seminars ist eine Exkursion in das Archiv des ehem. Zisterzienserklosters und Hospitals Haina geplannt, wo Küchenbücher und Patientenakten aus dem 16. Jahrhundert einen direkten Einblick in die ferne Zeit gewähren.
Bibliografie
  • Eis, Gerhard: Medizinische Fachprosa des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur 48), Amsterdam 1982.
  • Schnell, Bernhard: Die deutsche Medizinliteratur im 13. Jahrhundert: Ein erster Überblick, in: Eine Epoche im Umbruch. Volkssprachliche Literalität 1200-1300. Cambridger Symposium 2001, hg. von Christa Bertelsmeier-Kierst und Christopher Young, Tübingen 2003, S. 249-265.
  • Eggers, Hans: Fünfzehn Vorzeichen des Jüngsten Gerichts, in: 2VL 2, 1980, Sp.1013-1020.
Teilnahmevoraussetzung 1. Je nach Studiengang/Modul gemäß geltender Studien- und Prüfungsordnung.
2. Für alle Studiengänge: Verbindliche Anmeldung per Mail an Jürgen Wolf: s.u. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen an der begleitenden Exkursion teilnehmen. Näheres dazu in der 1. Sitzung.

Prüfungsform und -methode/n

Module

  • MA DL: A1, B1, C1, D1;
  • LA Deu: DL10a/b
Aktive und regelmäßige Teilnahme, insbesondere Bereitschaft zur kontinuierlichen Lektüre während des Semesters; Plenumsdiskussion; Kurzreferat; Mitwirkung in einem Expertenteam für die Exkursion; Hausarbeit. 
Studienleistung: Impulsreferat, Sitzungsvorbereitung.
Die Modulprüfung besteht für Studierende des Lehramts Deutsch in einem Referat mit schriftlicher Hausarbeit von ca. 12 S. bzw. ca. 20 S. Umfang, bei Studienbeginn ab WS 13/14 in einer schriftlichen Ausarbeitung bzw. Hausarbeit von 12-15 bzw. 20-25 Seiten , für Studierende des M.A. Deutsche Literatur in einer schriftlichen Hausarbeit von ca. 20 S.

Leitfaden zur Erstellung von Seminar- und Abschlussarbeiten
Mittelalter = Kurzer Leitfaden zur Erstellung von Seminar-, Staatsexamens - und Magisterarbeiten (Wolf et al.) --> Online: Hinweise zur Anfertigung von Hausarbeiten + Hinweise zur Einrichtung von Hausarbeiten
Besondere Hinweise : WICHTIGER HINWEIS
Ab dem SS 2015 müssen sich alle Studenten selbstständig und verbindlich für jede Prüfungsleistung mit TAN-Nummer online anmelden. Ein Einhalten der Anmeldefrist ist seitens der Studenten äußerst wichtig, da bei Versäumen aus rechtlicher Sicht kein Anspruch auf Prüfung besteht und die Leistung auch nicht im System verbucht werden kann.  




Vorläufiger Themen- und Terminplan


Termine














































Literatur
A) Medizin/Krankheit/Seuchen
  • Assion, Peter: Nachrichten zur Rezeptüberlieferung der Augsburger Stadtärzte Ambrosius und Ulrich Jung, in: gelêrter der arzenîe, ouch apotêker. Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems, hg. von Gundolf Keil (Würzburger medizinhistorische Forschungen 24), Pattensen 1982, S. 337-359.
  • Kruse, Britta-Juliane: Verborgene Heilkünste. Geschichte der Frauenmedizin im Spätmittelalter (Quellen und Forschungen zur Literatur- und Kulturgeschichte 5 [239]), Berlin/New York 1996.
  • Eis, Gerhard: Medizinische Fachprosa des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit (Amsterdamer Publikationen zur Sprache und Literatur 48), Amsterdam 1982.
  • Keil, Gundolf: Pest im Mittelalter: die Pandemie des „Schwarzen Todes“ von 1347 bis 1351, in: Das 14. Jahrhundert. Krisenzeit, hg. von Walter Buckl, Regensburg 1995, S.95-107 [Eichstätter Kolloquium 1].
  • Jürgen Martin: Die 'Ulmer Wundarznei'. Einleitung, Text, Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts (Würzburger medizinhistorische Forschungen 52), Würzburg 1991.Martin,
  • Palmer, Nigel F.: Von den naturlichen troymen. Zur Integration griechisch-arabischer Medizin in die mittelalterliche Enzyklopädik und deren Umdeutung bei Konrad von Megenberg und Heinrich von Mügeln, in: Festschrift Walter Haug und Burghart Wachinger, hg. von Johannes Janota u.a., Bd. II, Tübingen 1992, S. 769-792.
  • Riecke, Jörg: Die Frühgeschichte der mittelalterlichen medizinischen Fachsprache im Deutschen, Bd. 1: Untersuchungen, Bd. 2: Wörterbuch, Berlin/New York 2004.
  • Riha, Ortrun: Vom mitelalterlichen ‚Handbuch’ zur frühneuzeitlichen ‚Hausväterliteratur’: Medizinische Texte in Handschrift und Buchdruck. In: Dicke/Grubmüller 2003, S. 203-227.
  • Schnell, Bernhard: Vorüberlegungen zu einer "Geschichte der deutschen Medizinliteratur des Mittelalters" am Beispiel des 12. Jahrhunderts, in: Sudhoffs Archiv 78 (1994), S. 90-97.
  • Schnell, Bernhard, in Zusammenarbeit mit William Crossgrove (Hg.), Der deutsche 'Macer'. Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer Floridus 'De viribus herbarum' (Texte und Textgeschichte 50), Tübingen 2003.
  • Schnell, Bernhard: Die deutsche Medizinliteratur im 13. Jahrhundert: Ein erster Überblick, in: Eine Epoche im Umbruch. Volkssprachliche Literalität 1200-1300. Cambridger Symposium 2001, hg. von Christa Bertelsmeier-Kierst und Christopher Young, Tübingen 2003, S. 249-265.
  • Venosa, Elena Di: Die deutschen Steinbücher des Mittelalters. Magische und medizinische Einblicke in die Welt der Steine (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 714), Göppingen 2005.
B) Weltende
  • Eggers, Hans: Fünfzehn Vorzeichen des Jüngsten Gerichts, in: 2VL 2, 1980, Sp.1013-1020.
  • Fried, Johannes: Dies irae. Eine Geschichte des Weltuntergangs, München 2016.
  • Ganz, David und Ulrike: Visionen der Endzeit. Die Apokalypse in der mittelalterlichen Buchkunst, Darmstadt 2016.
  • Gerhardt, Christophund Nigel F. Palmer, Die 'Fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht' in deutscher und niederländischer Überlieferung, Katalog (Stand 18. Juni 2000), K 8.
  • Gerhardt, Christoph und Nigel F. Palmer (Hg.): Das Münchner Gedicht von den fünfzehn Zeichen vor dem Jüngsten Gericht. Nach der Handschrift der Bayerischen Staatsbibliothek Cgm 717. Edition und Kommentar (Texte des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit 41), Berlin 2002.
  • Krise und Zukunft in Mittelalter und (Früher) Neuzeit. Studien zu einem transkulturellen Phänomen. Festschrift für Gerhard Wolf zum 60. Geburtstag, hg. von Nadine Hufnagel, Susanne Knaeble, Silvan Wagner und Viola Wittmann, Stuttgart 2017.
  • Schmidt, Roderich: Aetates mundi. Die Weltalter als Gliederungsprinzip der Geschichte. In: Zeitschrift für Kirchengeschichte 67 (1955/56) S. 288-317.

Sammelbände

  • "ein teutsch puech machen". Untersuchungen zur landessprachlichen Vermittlung medizinischen Wissens. Ortolf-Studien 1, hg. von Gundolf Keil (Wissensliteratur im Mittelalter 11), Wiesbaden 1993.
  • gelêrter der arzenîe, ouch apotêker. Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte. Festschrift zum 70. Geburtstag von Willem F. Daems, hg. von Gundolf Keil (Würzburger medizinhistorische Forschungen 24), Pattensen 1982.
  • Licht der Natur. Medizin in Fachliteratur und Dichtung. Festschrift für Gundolf Keil zum 60. Geburtstag, hg. von Josef Domes u.a. (Göppinger Arbeiten zur Germanistik 585), Göppingen 1994.