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Karte 7: Palatalisierung von u > y

Die Palatalisierung von u-Lauten ist ein Charakteristikum des Elsässer und ungarischen Jiddischen (vgl. Birnbaum 1934; Guggenheim-Grünberg 1973: 108; Timm 1987: 171f; Hutterer 1965; LCAAJ 1: 83). In einem kleinen Gebiet des Südostjiddischen sind ebenfalls palatalisierte u-Laute erhalten, während sich im angrenzenden Zentralostjiddischen u/u: über y/y: zu i entwickelte (LCAAJ 1:83; Birnbaum 1934).
Die Elsässer Palatalisierung hat im Unterschied zur Palatalisierung in Ungarn und im Ostjiddischen nur den Langvokal u: betroffen; kurz u blieb im Elsass erhalten. Diese Systematik zeigen auch unsere Quellen.
Unsere Daten zeigen erstmals, dass auch im nördlichen Nordwestjiddisch und nördlichen Übergangsjiddisch die Palatalisierung örtlich gegeben ist.
Die reine Palatalisierung von u/u: ist in den deutschen Dialekten nur sehr vereinzelt zu finden; in den meisten Fällen ging sie mit einer Diphthongierung einher (vgl. KDSA Karten Nr. 344, 345, 346, 353, 354, 355). Erkennbare Areale einer dem Jiddischen vergleichbaren Palatalisierung finden sich lediglich in KDSA Karte Nr. 355 zum Lexem „tut“.
Die Verteilung der Datenbelege auf die Konfessionen – inklusive der nicht kartierbaren Daten – gestaltet sich wie folgt:

jüd. Quellen chr. Quellen Konfess. unklar
9 14 2


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.:  Westjiddisch im (langen) 19. Jahrhundert  /  Philipps-Universität Marburg  :.