Eine in der Rubrik "Kleiner Briefkasten" erschienene, an den Dichter Ludwig Fulda gerichtete Polemik Pfemferts, in der er sich über Fuldas Kriegsgedicht "Gesang der Flieger" lustig macht.
(Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Deutschen Schillergesellschaft, Marbach am Neckar.)

Franz Pfemfert


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Kleiner Briefkasten

Dr. Ludwig Fulda, Dichter, Berlin Aber nein doch! ich denke wirklich nicht daran, Ihr hehres Können totzuschweigen. Nichts geht verloren, was einmal in mein Archiv gelangt. Nicht die Leistungen des Doktor Alfred Kerr, nicht die Sudermanns oder Fuldas. Aber jedes zu seiner Zeit. So habe ich natürlich auch Ihren gigantischen "Gesang der Flieger" in Nr. 44 der Ullsteinschen "Illustrierten Zeitung" genossen und für meine Leser aufbewahrt. Den künstlerisch erhabensten Vers will ich schon heute wortwörtlich nachdrucken. Hier steht er:
"Solch Tier zeigt allen
Die scharfen Krallen
Und ist nicht stubenrein im Flug:
Es läßt was fallen,
Das pflegt zu knallen,
Un[!] wer es auffängt, hat genug."
Auch der lichtvolle Doppelpunkt hinter "Flug" ist von Ihnen, Herr Fulda. Und nun erlauben Sie mir, daß ich bei meinen Lesern für den Nachdruck des Verses um Entschuldigung bitte! . . .
Redaktion der "Bremer Bürgerzeitung". Ich, ein Außenstehender, möchte der Presse Ihrer Partei herzlichst empfehlen, die famose "Chemnitzer Volksstimme" als humoristische Beilage den Abonnenten zu geben. Auch schon vor dem heiteren Aufsatz "Die Aufgaben der Parteipresse" in seiner Nummer vom 21. Oktober hat das Blatt wiederholt klar bewiesen, daß es den "Ulk" weit überragt.
G. H. und andere. Bitte keine politischen Beiträge! Die AKTION ist in diesen Wochen nur der Literatur und der Kunst gewidmet (zum xten Male nun schreibe ich's).
G. D. Vielen Dank für die Zeitungsausschnitte; solche Dokumente sind mir für meine Sammlung immer willkommen. Der Caillaux-Prozeß der AKTION soll nun am 24. November stattfinden.

Franz Pfemfert: Kleiner Briefkasten. In: Die Aktion. 4. Jg. 1914. Nr. 46/47. Sp. 894.

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