Die von Franz Pfemfertmehr... herausgegebene Zeitschrift "Die Aktion" zählt neben den "Weißen Blättern", dem "Sturm" und dem "Forum" zu den wichtigsten expressionistischen Publikationsorganen. Die "Aktion" wurde für die junge Intellektuellengeneration zu einem Forum, wo sie ihren Widerstand gegen die Wilhelminische Gesellschaft, gegen Militarismus und Chauvinismus artikulieren konnte. Mit seiner in radikaldemokratisch-revolutionärer Tradition stehenden Zeitschrift wurde Pfemfert zu einem der wichtigsten Förderer und Organisatoren des Frühexpressionismus, vor allem auf dem Gebiet der Lyrik. Der Name der Zeitschrift stand für künstlerische Qualität und hohe moralische Integrität. Die "Aktion" war "ein politisch-literarisches Kampfblatt, das nicht Endgültiges, sondern Werdendes förderte, das programmatische Ziele verkündete, Beispiele gab, die Richtung wies." (Raabe, Einführung, S. 12f.) Während des Ersten Weltkriegs gelang es der Zeitschrift, durch den Einsatz von Techniken "verdeckenden Schreibens" (Ursula Walburga Baumeister) dem Widerstand gegen den Krieg trotz Zensur eine Stimme zu geben. Literatur (z. B. "Dichtungen vom Schlacht-Feld") und Literaturkritik dienten als Mittel, das pazifistische Engagement der Zeitschrift auch in Zeiten der Zensur zu praktizieren.

Die Literaturkritik der Zeitschrift hatte wesentlich zwei Funktionen: die (Eigen-)Werbung für die jungen expressionistischen Autoren sowie die politische Kritik. Bei der Wertung standen häufig Wirkungsaspekte, als Mittel zu der von den Expressionisten gewünschten Bewusstseinsveränderung, im Zentrum. Die Rollen, die der Literaturkritiker in der "Aktion" einnahm, waren v. a. die des Propagandisten, des Pädagogen sowie des Politikers. Das wichtigste Vorbild für die literaturkritische Praxis war neben Karl Kraus in den ersten Jahren Alfred Kerrmehr.... Literaturkritiker der Zeitschrift waren neben Franz Pfemfert u. a. Rudolf Kayser, Anselm Ruest, Ernst Blass und Max Brod.

Nach 1918 wandte sich Pfemfert mit seiner "Aktion" zunehmend von der Literatur und dem Expressionismus ab und beschäftigte sich vor allem mit der Publikation politischer Beiträge. Entsprechend gering ist die literaturwissenschaftliche Relevanz der späteren Jahrgänge der Zeitschrift.