Verantwortlicher Redakteur der "Neuen Zeit" war Karl Kautsky. Bis zum Wegfall des Sozialistengesetzes war die Mitarbeit an einem sozialistischen Organ riskant; daher erschienen in den ersten Jahren viele Beiträge von Autoren wie August Bebel, Robert Schweichel oder Wilhelm Liebknecht anonym oder unter Pseudonym.

Der Eintritt Franz Mehrings in die Redaktion 1891 markiert "einen Einschnitt insofern, als von da an ein dezidiert 'marxistisches' Moment in den Beiträgen zur Belletristik stärker bemerkbar ist." (Fülberth, Sozialdemokratische Literaturkritik vor 1914, S. 49) Mehring schrieb seit 1893 Theaterkritiken für die "Neue Zeit", 1908 übernahm er die neue monatliche Feuilletonbeilage. Sein Ausscheiden aus der Redaktion 1913 geschah nach persönlichen und sachlichen Differenzen mit der Redaktion.

Die wichtigsten Rezensenten der "Neuen Zeit" waren:

  • für den Zeitraum 1883 bis 1890: Julie Zadek-Romm, Robert Schweichel (1821-1907), Wilhelm Blos (1849-1927), Minna Kautsky (1836-1912);

  • für den Zeitraum 1890 bis 1907: Franz Mehring, Rosa Luxemburg (1870-1919), Gustav Landauer (1870-1919), Paul Ernst (1866-1913), Eduard Bernstein (1850-1932), Heinrich Ströbel (1869-1945), Friedrich Stampfer (1874-1957) und Franz Diederich (1865-1921);

  • für den Zeitraum 1908 bis 1913: Franz Mehring, Hermann Wendel (1884-1936), Robert Grötzsch (1878-1946), Hans Diefenbach, Karl Korn (1865-1942) und Edwin Hoernle.

Aus Konstantinopel (dem heutigen Istanbul) berichtete der deutsche Philologe Friedrich Schrader (1865-1922, Pseudonym "Ischtiraki") zwischen 1900 und 1920 mehrfach über die zeitgenössische türkische Literatur und Kultur.

Viele der genannten Literaturkritiker arbeiteten auch für andere sozialdemokratisch orientierte Zeitungen, etwa den "Vorwärts" oder die "Sozialistischen Monatshefte". Auffallend ist die vergleichsweise hohe Zahl an Frauen unter den Rezensenten, was auf das Engagement der Sozialdemokratie für Gleichberechtigung und Emanzipation zurückzuführen sein dürfte.