Texte aus Die Neue Zeit

Rezension, in der Korn den utopischen Roman „Wenn der Schläfer erwacht“ des amerikanischen Romanciers H. G. Wells verreißt, weil in der darin dargestellten sozialen Utopie „vom Sozialismus, wenigstens vom Sozialismus ohne Anführungszeichen, mit keiner Silbe die Rede ist.“

Essay, in dem Mehring den Naturalismus als Versuch lobt, "sich von den Lebensbedingungen der kapitalistischen Gesellschaft zu emanzipieren", dabei aber "auf halbem Wege stehen blieb". Die ihn beerbende Neuromantik dagegen sei nur eine "Flucht in ein Traumland", ein "ohnmächtiges Abzappeln von Kunst und Literatur in den erstickenden Armen des Kapitalismus".

Rezension, in der Korn den Roman "Zwischen den Rassen" von Heinrich Mann verreißt, da sich in ihm erneut zeige, dass sich dieser Autor "in seiner Darstellungsmethode wie in seinen Stoffen, ganz und gar auf dem toten Strang der zeitgenössischen Literatenkunst festgelaufen hat, die ausschließlich für die Clique produziert und ihr Talent [...] in artistischen Spielereien verzettelt."

Doppelrezension, in der Wendel die Neuausgaben von Friedrich Schlegels Roman und Schleiermachers Lobeshymne auf ihn als Beispiel für die Vorliebe für die Romantik und Verfallskunst des Bürgertums verreißt: "Lucinde" zeige exemplarisch den "zwieschlächtigen Ursprung" der Romantik "aus Reaktion und Revolution", die "gleich das Universum zu packen glaubte, wenn sie ein paar stramme Hüften packte".

Rezension, in der Schlesinger Hermann Bangs Roman "Ludwigshöhe" positiv bespricht, weil der Autor, technisch gekonnt, dem Leser einen Einblick in das Leben und Denken der höheren Gesellschaftsschicht gibt.

Autorenporträt, in dem Mehring anlässlich der vielen würdigenden Nachrufe auf Ernst von Wildenbruch dessen eigentlichen Wert darin sieht, dass in seinen Werken ein getreues Bild des „verpreußten Deutschland“ gegeben wird.