Den Inhalt der Ausgaben der kulturellen Rundschauzeitschrift hat Oscar Bie so beschrieben: "Der erste Teil des Heftes hat die verschiedenen Arten der Produktion zu bewältigen. Ein politisch-sozialer Artikel am Anfang hat sich als das natürliche Schema erwiesen. Ein Roman, der sich durch mehrere Hefte fortsetzt, gibt trotz der monatlichen Unterbrechung der Haltung der Zeitschrift eine gewisse Stange, die niemand entbehren will. Eine kürzere Novelle, die dazu gegeben wird, muß in der Farbe und im Charakter möglichst davon abstechen. Memoiren oder Briefe, Tagebücher, Reisen empfehlen sich als unersetzliches Dokument persönlicher Bekenntnisse, die die Kraft einer Dichtung und die Belehrung eines Aufsatzes in sich vereinigen. Daneben ist ein Aufsatz angebracht, der über solche Memoiren oder irgendwie aus alten Kulturen berichtet und das starke fortschrittliche Element durch einen behaglichen Konservativismus des literarischen Interesses kompensiert. Kleinere Essays belehrenden oder berichtenden Charakters haben daneben noch ihren Platz und ein künstlerisches Feuilleton macht sich am besten zum Schluß einer Abteilung.

In der zweiten Abteilung, die wesentlich kritisch zu halten ist, kommt es darauf an, die verschiedenen Gebiete der Literatur, Kunst, Soziologie, Medizin, Naturwissenschaft, Finanz so darzubieten, daß mit den 80 Artikeln dieser Art, die der Jahrgang bringt, eine fast vollkommene Übersicht über die augenblickliche Arbeit aller Kunst und Wissenschaft gegeben wird. Jedes Heft hat außerdem seine politische Chronik. Die kleinen Anmerkungen zum Schluß sind leichter anzuordnen. Sie halten die Mitte zwischen einer produktiven und einer mehr kritischen Art, sollen möglichst scharf und präzis sein, was in Deutschland sehr schwer ist." (Zit. n. Mendelssohn, S. Fischer und sein Verlag, S. 462)

Bemerkenswerterweise wurden dabei die meisten Artikel von der Redaktion angeregt, wobei auch der Verleger, Samuel Fischer, Einfluss nahm: Nach Oscar Bie ging Fischer "davon aus, daß die Neue Deutsche Rundschau, je mehr sie zu einer allgemeinen, nicht bloß auf das Literarische beschränkten Monatsschrift deutschen Geistes werden sollte, sich immer weniger vom Zufall der Einsendungen abhängig machte, sondern das Bestreben zeigte, aus den bestehenden Verhältnissen, aus den Änderungen in der Weltanschauung, aus den neuen Zielen der Dichtung Mitarbeiter und Beiträge so zu gewinnen, daß sie von einem festen Willen gelenkt schien." (Mendelssohn, S. Fischer und sein Verlag, S. 184)Funote

Bestimmend für die inhaltliche Ausrichtung war von Anfang an die enge Kooperation mit dem S. Fischer Verlag: So wurden viele Romane von Verlagsautoren wie z. B. Hermann Hesse, Arthur Schnitzler oder Thomas Mann in der Zeitschrift als Fortsetzungsromane vorab veröffentlicht. Um Kosten zu sparen, wurde dabei der Zeitschriftensatz so gestellt, dass der Satzspiegel dem Format der späteren Buchausgabe entsprach, sodass derselbe Satz, mit neuen Seitenzahlen und neuer Titelei versehen, auch für die Buchausgabe verwendet werden konnte. Auch wurden Neuerscheinungen des S. Fischer Verlags in Anzeigen annonciert.