Die Zeitschrift entstand im Umkreis des Berliner Theatervereins "Freie Bühne"Funote. Sie wurde 1890 als Wochenschrift von Otto Brahm und dem Verleger Samuel Fischer gegründet, in dessen Verlag sie auch erschien. Anlass für die Gründung war das Bedürfnis nach einem eigenen, den naturalistischen Werten und Absichten verpflichteten MediumFunote.

Schon Mitte 1890 kam es jedoch innerhalb der Redaktion zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Brahm und Fischer auf der einen Seite und den Mitarbeitern Arno Holz, Johannes Schlaf und Hermann Bahr auf der anderen. Nach dem Ausscheiden der drei zuletzt Genannten wurde Wilhelm Bölsche als neuer Redakteur verpflichtet, unter dessen Regie die "Freie Bühne" zunehmend populärwissenschaftlich ausgerichtet wurde. 1892 wurde der Name der Zeitschrift erstmals geändert, sie hieß jetzt "Freie Bühne für den Entwickelungskampf der Zeit". Mit der Titeländerung wurde aus der Wochen- eine Monatsschrift.

1894 wurde Oscar Bie leitender Redakteur und blieb es bis 1922Funote. Bie machte aus dem einstigen Kampforgan der naturalistischen Bewegung ein, in seinen Worten, "Spiegelorgan der ganzen modernen Weltanschauung" (zit. n. Mendelssohn, Geschichte der Neuen Rundschau, S. 609). Unter seiner erfolgreichen Leitung erfuhr die Zeitschrift mehrere bedeutende Veränderungen. So wurde der Name 1894 erneut geändert, und zwar in "Neue deutsche Rundschau": Mit diesem Namen trat die Zeitschrift erkennbar in Konkurrenz zur "Deutschen Rundschau", der großen, alten Kulturzeitschrift. 1904 kam es zu einem erfolgreichen Relaunch der Zeitschrift, die sich ab jetzt "Die Neue Rundschau" nannte. Die Zeitschrift setzte sich für die moderne Literatur aller Richtungen ein. Unter Bies Leitung wurde sie zum führenden Kulturorgan des gebildeten, liberalen Bürgertums. Ein Grund für ihren Erfolg dürfte auch die von Beginn an bestehende, enge Kooperation mit dem S. Fischer Verlag gewesen seinFunote.