Charakteristisch für die "Gesellschaft" war die Vielzahl an Mitarbeitern und Beiträgern, was für ihren Anspruch, ein offenes Diskussionsforum und nicht das Organ einer geschlossenen "Clique" zu sein, spricht. Conrad gelang es, so gut wie alle namhaften Autoren und Intellektuelle der Zeit zur gelegentlichen oder regelmäßigen Mitarbeit zu bewegen.

Typisch für die "Gesellschaft" war, dass Mitarbeiter in verschiedenen Rollen wirkten: als Herausgeber und Kritiker, Autoren und Beiträger. So waren M. G. Conrad und Karl Bleibtreu in allen vier Rollen zeitweilig tätig, doch wirkten die meisten Mitarbeiter als Autoren und Rezensenten. Die wichtigsten Literaturkritiker der "Gesellschaft" waren M. G. Conrad (der viele seiner Rezensionen oft unter dem Pseudonym "Fritz Hammer" veröffentlichte), Karl Bleibtreu und Conrad Alberti. Daneben gab es noch viele weitere Rezensenten wie z. B. Friedrich Lange, Paul Ehlers oder Karl Henckell. Selten publizierten in der "Gesellschaft" auch weibliche Literaturkritiker Essays und Rezensionen, so z. B. Irma von Troll-Borostyani, Ida Häny-Lux, vor allem aber Conrads Ehefrau, Marie Conrad-Ramlomehr....

Der Gründer der Zeitschrift M. G. Conrad spielte v.a. in den ersten Jahrgängen eine entscheidende Rolle. Zum engeren Mitarbeiterkreis gehörten neben den genannten auch Hermann Conradi, Otto Julius Bierbaum, Gottreich Cristaller und Detlev von Liliencron.

In jeder Ausgabe der Gesellschaft wurde ein Autor oder eine Autorin der Gegenwartsliteratur, ein Komponist oder Maler der Zeit oder die Herausgeber und Mitarbeiter der Zeitschrift porträtiert. Ein Bildnis der dargestellten Person wurde am Anfang der Ausgabe abgedruckt oder mit hineingelegt, zunächst Kupferstiche, ab 1894 zumeist Photographien, Gemälde, Zeichnungen oder Karikaturen. Unter dem Porträt gab es ein Autogramm des Künstlers oder der Künstlerin. Zu der Darstellung gehörte außerdem ein Brief des Porträtierten an den Herausgeber oder die Leser der "Gesellschaft" mit biographischen Angaben, überschrieben zum Beispiel mit "Aus meinem Leben", fernerhin eine Studie über den Autor und Auszüge aus seinem Werk.

Bedeutende deutsche und ausländische Autoren, die in der "Gesellschaft" porträtiert wurden (Jahrgang), waren: Richard Dehmel (1894), Friedrich Engels (1895), Theodor Fontane (1889), Max Halbe (1894), Gerhart Hauptmann (1893), Max Kretzer (1888), Detlev von Liliencron (1887, 1892), Conrad Ferdinand Meyer (1892), Carl du Prel (1890, 1902), Richard Schaukal (1902), Johannes Schlaf (1897), Arthur Schnitzler (1897), Wilhelm Raabe (1898), F.M. Dostojewski (1889), Henrik Ibsen (1888), John Henry Mackay (1899), Maurice Maeterlinck (1898), René Schickele (1902), August Strindberg (1893), Leo Tolstoj (1894), Walt Whitman (1900), Emile Zola (1898).

Folgende Herausgeber, Mitarbeiter und Kritiker der "Gesellschaft" wurden porträtiert (Jahrgang): Conrad Alberti (1888), Hermann Bahr (1891)mehr..., Otto Julius Bierbaum (1893, 1899), Karl Bleibtreu (1886, 1892)mehr..., M. G. Conrad (1886, 1888, 1899, 1902)mehr..., Karl Frenzel (1889), Heinrich und Julius Hart (1899)mehr..., Ludwig Jacobowski (1900), Hans Merian (1897).

Alle Autorinnen, die in der "Gesellschaft" porträtiert wurden (Jahrgang): Mara Cop-Marlet (1894), Anna Croissant-Rust (1897), Juliane Déry (1893, 1899), Emmy von Egidy (1901), Elisabeth Gnauck-Kühne (1899), Margarethe Halm (1890), Ola Hansson (1897), Maria Janitschek (1896), Sonja Kowaleski (1891), Rosa Mayreder (1900), Hermine v. Preuschen-Telmann (1892), Alberta von Puttkramer (1891, 1900), Anna Ritschke (1892), Maria Stona (1899), Clara Viebig (1899).