Conrads "Gesellschaft" erschien von 1885 bis 1902. Während dieser Zeit änderte sich mehrmals der Untertitel der Zeitschrift, was zum Teil mit der Erscheinungsweise zusammenhing, aber auch mit veränderten inhaltlichen Schwerpunkten: Aus "Realistische Wochenschrift für Litteratur, Kunst und öffentliches Leben" wurde nach dem ersten Jahrgang eine "Monatsschrift", weil die Redaktion den lästigen Fortsetzungsartikeln ein Ende machen wollte. Ab dem dritten Jahrgang, 1887, entfiel im Untertitel die Komponente "öffentliches Leben". Vier Jahre später, 1891, wurde die politische Komponente wieder akzentuiert: "Monatsschrift für Litteratur, Kunst und Sozialpolitik". In den letzten zwei Jahren der "Gesellschaft" änderte sich noch einmal der Untertitel. Mit ihrer neuen Bezeichnung "Münchener Halbmonatsschrift für Kunst und Kultur" wurde mehr der heimatliche, lokale Bezug der Zeitschrift beleuchtet.

Während der ersten zehn Jahrgänge fungierte als Herausgeber der Zeitschriftengründer, M. G. Conrad, teilte sich die Herausgabe aber von 1888 bis 1890 mit Karl Bleibtreu. Spätere (Mit-)Herausgeber waren Hans Merian (1897), Ludwig Jacobowski (1898-1900) sowie Arthur Seidl (1901-1902)mehr....

In den ersten Jahren hatte die "Gesellschaft" einen Jahresumfang von um die 1000 Seiten; später erhöhte sich der Seitenumfang auf bis zu 1800 Seiten und sank nach 1891 stetig. Der Preis für ein Jahresabonnement betrug anfänglich M. 10,-, der Abonnementpreis für ein Vierteljahr M. 2,50. 1898 hatte die "Gesellschaft" einen Abonnementspreis pro Quartal von M. 4,- (sechs Hefte, jedes im Umfang von vier bis fünf Bögen, sowie drei Porträts im Quartal). Der Einzelpreis des Heftes betrug 75 Pf. Außerdem wurden ältere Jahrgänge in einem Bestellzettel verbilligt angeboten, dabei sollten die zwölf Jahrgänge von 1886 bis 1897 statt M. 156,- nur M. 70,- kosten.

Die Zeitschrift erschien zunächst in der G. Franz'schen Verlagshandlung in München und wurde von J. Roth, K. R. Hofbuchhändler, verlegt. Von 1887 bis 1896 erschien sie im Verlag von Wilhelm Friedrich, dem wichtigsten Verleger des Naturalismus. In ihren letzten Jahren wechselte mit den Herausgebern noch mehrmals der Verlagmehr....