Bei Erscheinen des ersten Heftes waren die Herausgeber noch sehr jung: Heinrich war 27 Jahre alt, Julius 23. Doch hatten sich beide bereits als Kritiker einen Namen gemacht und z.B. die "Deutschen Monatsblätter" redigiert. Ihr Selbstbewusstsein zeigt sich auch daran, dass das erste Heft genau 50 Jahre nach Goethes Tod erschien, den die Harts gleich zu Beginn ihres programmatischen Eröffnungsaufsatzes "Wozu, Wogegen, Wofür?"Textbeispiel als einen Wendetag für die deutsche Literatur bezeichneten. Auch die "Kritischen Waffengänge" sollten eine Wende markieren, nämlich den Beginn einer neuen literarischen Blütezeit. In einem Prospekt auf der Rückseite des Umschlags zum ersten Heft positionierten die Herausgeber ihr Zeitschriftenprojekt wie folgt:

"Die Herausgeber, denen sich wahrscheinlich ein kleiner Kreis gleichgesinnter Mitarbeiter anschließen wird, gehen von der Ueberzeugung aus, daß die deutsche Literatur der Gegenwart nicht auf der Höhe steht, welche die Besten unsres Volkes ersehnen und die unsre nationale Wiedergeburt [gemeint ist die Reichsgründung 1871; OP] erhoffen ließ, und daß ein jeder, der es ernst nimmt mit unsrer Cultur, das Recht hat, seiner Ansicht, wie es besser werden mag, öffentlich Ausdruck zu geben. / Kritische Zeitschriften jedoch, in denen es möglich wäre, ausführlich ein eigenes Prinzip und eigene Anschauungen zu entwickeln, besitzen wir nicht, und so haben sich die Herausgeber ein besonderes Organ geschaffen, um eine fortdauernde vollkommen unabhängige Kritik üben zu können. Zu fördern beabsichtigen sie damit alle Bestrebungen, welche auf eine echt nationale, realistische und ideenstarke Dichtung gerichtet sind, entgegentreten aber wollen sie mit Entschiedenheit allem Cliquewesen, allem Reklamethum, allem Greisenhaften, allem Dilettantismus und aller Ideallosigkeit - zum Heile des schaffenden Jungdeutschlands und unsrem schwankenden, zweifelnden Publikum zur Lehre." (zit. n. Brauneck / Müller: Naturalismus. S. 20f.)