Die kämpferische, polemische Haltung der naturalistischen Literaturkritik wurde von der impressionistischen Kritik weitgehend aufgegeben (Ausnahme: Kerr). Haltung und Sprache der Rezensionen und Essays waren eher affirmativ-entspannt. Es lässt sich eine Tendenz zum hymnischen, andächtigen Feiern besprochener Literatur feststellen. Verrisse wurden eher zurückhaltend-differenziert vorgetragen.

Die Einebnung der Differenz von Meta- und Objektebene bzw. -sprache führte dazu, dass die Rezension häufig zu einer Art Fortsetzung des rezensierten Werkes geriet. Der quasi-literarische Stil der Rezensionen ließ den Unterschied von Kritik und Literatur marginal erscheinen. Da, um einen Eindruck von Stimmung und Stil des besprochenen Werkes wiederzugeben, in impressionistischen Rezensionen gern und häufig zitiert wurde, orientierten mitunter allein die Anführungszeichen den Leser darüber, ob er sich nun auf der Meta- oder auf der Objektebene befand.Textbeispiel

Häufig verwendete Stilmittel waren vor allem das seltene Adjektiv, die Metapher und der Vergleich: "Anzeichen einer Kritik, die sich der Dichtung anempfindet und damit angleicht, ist, wie bereits festgestellt, ihre Sprache und ihr Stil. Erstrebt wird eine Prosa von dichterischem Rang, die nicht rational argumentiert, sondern mit 'poetischen' Stilmitteln, vor allem einer gesuchten Metaphorik, arbeitet, die, auf einer gehobenen sprachlichen Ebene angesiedelt, 'nachdichtende' Kritik ist." (Steinecke, Verwandlungskünstler, S. 112)Funote