Die Sprache der Kritik ist, wohl auch zeittypisch, stark von Militarismen bzw. einem martialischem Stil geprägt. Mit ihrer direkten, unverblümten, aggressiven Sprache ("sans phrase": ohne Phrase) wollten sich die Naturalisten absetzen vom umständlich-verblümten, phrasenhaften Stil der Gründerzeitkritiker.Funote Der martialische Stil zeigt sich bereits an Zeitschriftentiteln wie "Kritische Waffengänge". Die Naturalisten verstanden sich als "Kämpfer" bzw. "Krieger" für die "Wahrheit", eine neue Literatur usw. Der Männlichkeitskult der Naturalisten wird deutlich in ihrem Denken in Geschlechterstereotypen und in ihrer Gegenüberstellung von als "männlich" auf- und als "weiblich" abgewerteten Eigenschaften.

Da der Gegner rhetorisch vernichtet werden sollte, war die Verwendung aggressiver Polemik beliebt, die auch vor Diffamierungen und Beleidigungen des Gegners nicht zurückscheuteFunote. Die Sprache der naturalistischen Kritiker zeichnete sich auch, ebenfalls zeittypisch, durch ihre deutschtümelnde Wortwahl ("vaterländischer Realismus" usw.), ihre Kraftmeierei (z. B. "urgewaltig") sowie den Gebrauch von pflanzlichen und organischen Metaphern aus: Die Prosa positiv bewerteter Autoren wurde als "kernig" bewertet oder galt als "kerngesund", "kernecht" im Gegensatz zur Gegenwartsliteratur, die als "verrottet" beschrieben wurden. Heinrich und Julius Hart entwickelten in ihrer Programmschrift "Wozu, Wogegen, Wofür?" das Bild vom Kritiker als "Ackerer", also Bauern, der rücksichtslos schlechte Literatur wie Unkraut entfernt, um den neuen, zaghaft keimenden Autoren zum Wachstum zu verhelfenTextbeispiel.

So rücksichtslos abgelehnte Autoren publizistisch bekämpft wurden, so sehr wurden positiv bewertete Autoren mitunter zu gottgleich überwältigenden Instanzen stilisiertFunote.