Entsprechend lassen sich für die naturalistische Literaturkritik folgende Funktionen bestimmen: die didaktische Funktion (Erziehung von Autoren und Lesepublikum), die sanktionierende Funktion (Bekämpfung unliebsamer Autoren und Kritiker) sowie die reflexionsstimulierende Funktion (Diskussion neuer ästhetischer, kultureller und gesellschaftlicher Werte). Da viele Kritiker zugleich auch als Autoren naturalistischer Texte tätig waren und es in der naturalistischen Bewegung schon früh zu Richtungskämpfen kam (v. a. zwischen dem Münchner und dem Berliner Naturalismus), diente die naturalistische Literaturkritik auch häufig der EigenwerbungFunote.