Gegenüber dem sich an massenhaft produzierter Goldschnittlyrik und auflagenstarken Familienzeitschriften (z. B. "Gartenlaube") ergötzenden Lesepublikum, aber auch gegenüber der jungen, dem Naturalismus nahestehenden Autorengeneration traten die naturalistischen Kritiker in der Rolle des Erziehers und Pädagogen auf, gegenüber den Gründerzeitliteraten in der Rolle des Richters. Das Ziel der Kritik war die Schaffung einer modernen, realistischen, den Erkenntnissen der Naturwissenschaften verpflichteten, zugleich aber deutsch-national orientierten Literatur. Eine beliebte Methode der Kritik an der Gegenwartsliteratur war die exemplarische Destruktion einzelner exemplarischer, beim Publikum erfolgreicher Autoren und Kritiker: So hatten sich die Naturalisten der "Gesellschaft" auf den Münchner Bestsellerautor Paul Heyse "eingeschossen", die Brüder Hart auf den mächtigen Gründerzeit-Kritiker Paul Lindau Textbeispiel.