Nach 1900 war Pfemfert Mitarbeiter und Rezensent verschiedener Zeitschriften im Umkreis anarchistischer und radikaldemokratischer Gruppierungen in der Tradition des Vormärz. Die Medien, für die er schrieb, waren 1904 der "Kampf. Zeitschrift für den gesunden Menschenverstand" (herausgegeben von seinem Freund Senna Hoy), ab 1909 "Das Blaubuch. Wochenschrift für öffentliches Leben, Literatur und Kunst". 1910 wurde Pfemfert Redakteur für das Wochenblatt "Der Demokrat. Zeitschrift für freiheitliche Politik und Literatur", die zum Vorbild der "Aktion" wurde. Pfemfert verfasste Leitartikel, Glossen, politisch motivierte "Zeitgedichte", Autorenporträts und Buchbesprechungen. Nach Paul Raabe stammen von Pfemfert auch die zahlreichen unter der Rubrik "Literarische Neuerscheinungen" veröffentlichten anonymen Kurzbesprechungen.

Die Wertmaßstäbe des frühen Pfemfert waren Realitätsnähe und die appellative Botschaft eines literarischen Werks, formal-ästhetische Aspekte wurden von ihm dagegen eher vernachlässigt. Das Primat des Wirkungsaspekts blieb auch bestehen, als Pfemfert begann, sich für den Frühexpressionismus zu engagieren. Nach Thomas Rietzschel interessierten Literatur und Kunst Pfemfert nur, "sofern ihnen ein zeitkritischer oder gar auf Veränderung drängender, revolutionärer Geist innewohnte, sofern ästhetische Mittel zu politischen Zwecken eingesetzt wurden." (Rietzschel, Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut, S. 13)

Als Literaturkritiker und -vermittler warf er der bürgerlichen Presse vor, junge, hoffnungsvolle Autorenbegabungen totzuschweigen, so lange sie im Literaturbetrieb noch keinen Erfolg hatten, und sich allein für Autoren zu interessieren, die ökonomischen Erfolg versprachen. Mit seiner "Aktion" versuchte er sowohl durch den Abdruck von Primärtexten als auch durch entsprechende literaturkritische Beiträge "ein Gegengewicht zu bilden zu der traurigen Gewohnheit der pseudoliberalen Presse, neuere Regungen lediglich vom Geschäftsstandpunkt aus zu bewerten, also sie totzuschweigen." (Aktion, 1. Jg. 1911, Nr. 1, Sp. 24)Funote Den Literaturkritiker sah Pfemfert daher in der Rolle eines Förderers für junge Autoren und eines Pädagogen, der sowohl das politische Bewusstsein wie den literarischen Geschmack des Publikums bildet.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 funktionalisierte Pfemfert Literatur und Literaturkritik endgültig um zu einem Mittel, auf für die Zensur verdeckte, unangreifbare Weise politische Kritik zu üben. Dazu gehörten z. B. Sonderhefte der "Aktion", die sich demonstrativ den Literaturen von "Feindstaaten" wie England, Russland oder Frankreich widmeten.

In neuen Rubriken entwickelte Pfemfert Techniken "verdeckenden Schreibens" (Ursula Baumeister), mit denen er "zwischen den Zeilen" den Wahnsinn und die Unmoral seiner Zeit bloßstellte. Unter dem Titel "Ich schneide die Zeit aus" zitierte, kombinierte und montierte er exemplarische Textstellen, Kommentare oder Berichte aus Zeitungen, Reden oder anderen Publikationen, mit genauer Angabe der Fundstelle, häufig sogar in faksimilierter Form.Funote

Das Zitieren und die Kombination verschiedener Passagen reichten aus, den in diesen Äußerungen (von Politikern, Journalisten, Theologen, Literaten u. a.) enthaltenen menschenverachtenden Irrsinn zu entlarven. Häufig montierte Pfemfert die von ihm ausgewählten Textstellen auch so, dass sie sich gegenseitig kommentierten. Gelegentlich verwendete Pfemfert auch ironisierende Hervorhebungen, Kursivierungen oder Spationierungen.Funote

Im "Kleinen Briefkasten" wandte sich Pfemfert in satirischen Glossen teils an Personen des Literatur- und Kulturbetriebs, darunter auch an Autoren und Literaturkritiker wie Ludwig Fulda oder Alfred Kerrmehr..., deren Chauvinismus er ironisch bloßstellte, teils beantwortete er reale oder auch fingierte Leseranfragen. Solche Anfragen konnten sich z. B. nach "zeitgemäßer" Lektüre richten, was Pfemfert dann Gelegenheit zu Buchempfehlungen gab - Büchern, die Pfemfert seinen Lesern, unter denen in dieser Zeit nicht wenige Frontsoldaten waren, die die "Aktion" kostenlos erhielten, zur Lektüre empfahl, Titel mit anerkannt humanistischer und aufklärerischer Intention wie Tolstojs "Krieg und Frieden", Musils "Verwirrungen des Zöglings Törleß" oder Eckermanns "Gespräche mit Goethe" (vgl. Aktion, 5. Jg. 1915, Nr. 39/40, Sp. 503)Textbeispiel. Die Listen dieser Titel geben auch Aufschluss über die von Pfemfert bevorzugten Autoren.