Die Harts haben vor allem in ihrer Programmschrift "Wozu, Wogegen, Wofür?"Textbeispiel sowie in ihrem "Waffengang" gegen den Kritikerpapst Paul Lindau ein vernichtendes Urteil über die Literatur- und Theaterkritik ihrer Zeit gesprochen. Gegen den subjektiven Feuilletonismus Lindaus forderten sie eine am Vorbild Lessings und Herders orientierte Literaturkritik. Gegenüber dem Publikum sollte die Kritik vor allem eine didaktisch-erzieherische Funktion haben, gegenüber den Autoren eine sanktionierende und insgesamt eine reflexionsstimulierende Funktion. So sei es "Aufgabe der Kritik, den seichten Geschmack des Publikums zu veredeln" (II, 29), und ihre Urteile sollen "belehrend, veredelnd und anregend auf Künstler und Leser" wirken (II, 43).

Für die Harts befand sich die Literatur ihrer Zeit in einem desolaten Zustand. Sie wurde von Epigonentum, Dilettantismus sowie einer Geschmacksverwirrung bei Autoren, Kritikern und Publikum beherrscht:
"Oder gibt diese Verrohung des Stils, diese Sprache, welche bereits conventional erstarrt, dieses Ueberwuchern eines eklektischen Dilettantismus, diese Fluthwoge novellistischer Fabrikarbeit, dieses Haschen nach stofflichen Effekten, dieses um sich fressende Castrathenthum der Kritik, diese maßlose Verflachung des Theaters und nicht zum mindesten dieser unglaubliche Geschmackswirrwarr im Publikum - gibt alles dies zusammengefaßt ein Bild, das werth wäre, der Nachwelt überliefert zu werden!" (I, 5)

Die neue Literatur, für die die Harts eintraten, sollte eine "große, nationale Literatur [sein], welche weder auf Hellenismus noch auf Gallicismus sich gründet, eine Literatur, welche, genährt mit den Errungenschaften der gesammten modernen Kultur, den Quell ihres Blutes in den Tiefen der germanischen Volksseele hat und alles Beste, was andere Nationen geschaffen, in das eigene Fleisch und Wesen überführt, aber nicht es nachahmt und in formalen Spielereien verzettelt." (V, 4)

Um dieser neuen deutschen Literatur zum Durchbruch zu verhelfen, sollte der Kritiker die Rolle eines "Ackerers", also Bauern, einnehmen. Diesem kamen auf dem "Feld" der Literatur, "das nur einige wenige ährenschwere Halme, sonst jedoch nichts als Unkraut trägt" (I, 6), vor allem zwei Aufgaben zu, nämlich:
"Pflügen und Pflegen. Das Erdreich zu durchfurchen, es von Steinen zu befreien und das Unkraut auszujäten, das ist die eine Pflicht, die aufsprossenden Pflanzen zu warten und zu schirmen, die andre. Hinweg also mit der schmarotzenden Mittelmäßigkeit, hinweg alle Greisenhaftigkeit und alle Blasirtheit, hinweg das verlogene Recensententhum, hinweg mit der Gleichgültigkeit des Publikums und hinweg mit allem sonstigen Geröll und Gerümpel. Reißen wir die jungen Geister los aus dem Banne, der sie umfängt, machen wir ihnen Luft und Muth." (I, 7)

Kritik im Sinne der Harts ist somit einmal zerstörend ("pflügend") und einmal aufbauend-konstruktiv bzw. fördernd ("pflegend"): Wahre Kritik "zerstört, um einem Besseren Platz zu machen". (I, 8)

Die Literaturkritik der Harts lässt sich am besten charakterisieren, wenn man zunächst auf jene Form von Kritik verweist, gegen die sich die Harts absetzten: den Feuilletonismus mit seinen primär subjektorientierten Wertungsformen, wie er vor allem von Karl Frenzel und Paul Lindau, den mächtigsten Kritikern ihrer Zeit, praktiziert wurde. Was die Harts am Beispiel Lindaus brandmarkten, waren die Oberflächlichkeit, Sittenwächterei und Haltungslosigkeit der zeitgenössischen Literaturkritik sowie der fehlende Geltungsanspruch in ästhetischen Urteilen. So erklärte Lindau, dass er in seinen, im Stile gefälliger Plaudereien geschriebenen Rezensionen lediglich sein privates Geschmacksurteil veröffentliche - für die Harts die Selbstaufgabe der Kritik:
"Wird einmal das subjektive Empfinden als einzige Norm betrachet, so ist allerdings gar kein Grund vorhanden, ein Werk zu verurtheilen, das aller echten Poesie ins Gesicht schlägt." (II, 17)

Auch Lindaus Praxis, in seinen Theaterrezensionen in der Rolle eines neutralen Berichterstatter das Gefallen oder Missfallen des Publikums wiederzugeben, klagten die Harts an:
"Wahre Kritik hat geradezu die gegentheilige Aufgabe. Das bloße Votum des Publikums wiederzugeben, die Genügsamkeit der Menge zu entschuldigen mit der Devise "Was gefällt, ist gut", das eigene Urtheil sich zu ersparen, weil das Publikum deutlich genug geurtheilt, das ist die Weise des kritischen Reporterthums, das nicht die Druckerschwärze werth ist, die es beansprucht. Die Kritik hat entweder den Zweck, einerseits die Subjektivität des Künstlers zu mildern, andererseits das Publikum aufzuklären, seine Instinkte zu klaren Anschauungen zu gestalten, seine Triebe zu veredeln, mit einem Worte, es ästhetisch zu bilden für den Genuß des wahrhaft Großen und Schönen, - oder sie hat gar keinen Zweck und ist überflüssig wie ein Rudimentär am thierischen Leibe." (II, 14f.)

Gegen Lindaus subjektivistisch-gefällige Plaudereien appellierten die Harts an die Verantwortlichkeit des Kritikers, von dem sie Objektivität verlangten: "die erste Pflicht des Kritikers ist es, nicht seine eigenen Wünsche, sein eigenes Wollen zum Maßstab zu nehmen" (V, 43), sondern die Werke aus sich heraus, nach ihren eigenen Zielen zu beurteilen. Objektive Kunsturteile setzen freilich die Annahme von objektiv und universell gültigen ästhetischen Normen voraus. Entsprechend erinnerten die Harts an die "ewig gültige[n] Gesetze" der Aristotelischen Poetik (II, 33) oder an die von Aristoteles und Lessing erhellten "Grundlehren der Aesthetik" (II, 42). Objektiv gültige ästhetische Normen vorausgesetzt, können die Harts als "erste[s] Axiom eines Gesetzbuchs für die Kritik" anführen:

"Das bloße Urtheil ist nichts, die Begründung alles. Leider fehlt es uns noch an einer Geschichte der Kritik, wäre sie da, so würde sie erweisen, daß die Kritik nur zu jenen Zeiten segensreich gewirkt, wo sie den Ton nicht auf das ‚das ist tüchtig oder schlecht', sondern auf das ‚warum ist es so' legte." (II, 16) Dies kann der Kritiker freilich nur bei entsprechender ästhetischer Bildung, die ihn dazu berechtigt, sein Urteil dem des Publikums als maßgebend gegenüberzustellen:

"Was hilft es mir, wenn der Kritiker versichert, ‚nach meinem Geschmacke' ist diese Stelle vorzüglich, jene ‚gefällt mir weniger gut', ‚dieses Kapitel macht einen bedeutenden Eindruck auf mich', jenes ‚hat mich ein wenig bedenklich gemacht', ich möchte wissen, was ihn berechtigt, seinen Geschmack über oder neben den des Recensierten zu setzen, um daraus das Werden seines Urtheils zu erkennen, um es nachschaffend mit ihm zu erleben." (II, 16)

Entgegen dem von den Harts immer wieder ins Feld geführten volkstümlichen Realismus einer modernen deutschen Literatur, ist der Kritiker demnach kein Vertreter des Publikums oder Sprachrohr des Publikumsgeschmacks. Vielmehr vertritt er die Kunst: er wacht über die Einhaltung des erreichten ästhetischen Niveaus und fördert vielversprechende Entwicklungen.

Ihre eigene kritische Praxis wollten die Harts als problemorientiert verstanden wissen, als eine symptomorientierte Kritik:
"Die Personen, die wir befehden, sind uns als solche entweder gleichgültig oder sie stehen uns vielleicht als Menschen sogar nahe, was wir in ihnen angreifen, das ist die verderbliche Schwäche, der verderbliche Einfluß, die verderbliche Negation." (I, 8)