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Philipps-Universität
Marburg
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

Inhaltliche Verweise zum Interdisziplinären Seminar im Sommersemester 2013 zu

Tödlicher Staub - Kriegsverbrechen Uranwaffen und die Folgen

Vortragend

10.06.2013
Frieder Wagner (Köln)
Tödlicher Staub - Kriegsverbrechen Uranwaffen und die Folgen
 

Skripte etc.

Das Skript des Vortrags sowie Mitschnitte des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt: toedlicherstaub.

 

Abstract

Uranmunition und Uranbomben sind die wohl furchtbarsten Waffen, die heutzutage in Kriegen eingesetzt werden und die wenigsten Menschen wissen, dass diese Waffen von den USA und ihren Alliierten schon in den beiden Golfkriegen 1991 und 2003 eingesetzt wurden, aber auch in Bosnien, im Kosovo und in Afghanistan bis heute.

Uranwaffen werden aus Uran 238 hergestellt, einem Abfallprodukt der Atomindustrie. Dieses Uranisotop ist radioaktiv und hoch giftig und hat eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Weltweit gibt es davon etwa 1.2 Millionen Tonnen und es werden täglich mehr. Und so stellte sich sehr bald die Frage, wie wird man diesen hochgiftigen und radioaktiven Abfall wieder los?

Da entdeckten die Waffenentwickler der Militärs, dass dieses Abfallprodukt für ihre Zwecke zwei ganz ausgezeichnete Eigenschaften besitzt: formt man dieses Metall zu einem spitzen Stab und beschleunigt ihn entsprechend, dann durchdringt er aufgrund seines enormen Gewichtes Stahl und Stahlbeton, wie heißes Eisen ein Stück Butter. Dabei entsteht an diesem Uranstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze von selbst entzündet. Das heißt, wenn sich ein solches Geschoss in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer schweißt, entzündet sich dieses Uran 238 explosionsartig von allein und die Soldaten im Panzer verglühen.

Bei den hohen Temperaturen von über 3000 Grad Celsius verbrennt das Urangeschoss zu Wasser unlöslichen Nanopartikelchen. Es entsteht ein Metallgas und dieses ist weiterhin radioaktiv und hoch giftig. Inzwischen ist bewiesen, dass diese Partikelchen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen, im menschlichen oder tierischen Körper überall hinwandern können: in alle Organe, ins Gehirn, in die weiblichen Eizellen und in den männlichen Samen. Überall wo sich dieses Uran im Körper ablagert, kann es, auch das ist wissenschaftlich bewiesen, zu folgenden Krankheitsbildern kommen:

Aus einer vertraulichen Mitteilung des britischen Verteidigungsministeriums wissen wir, dass schon die Anwendung von 40 Tonnen dieser Uranmunition zu 500.000 Nachfolgetoten führen kann und zwar durch so entstehende hoch aggressive Krebstumore und Leukämien. Das alleine reicht aus, um von den Regierungen der Welt, also in der UN und im UN-Sicherheitsrat, aber natürlich auch in unserem Parlament ein Verbot des Einsatzes von Uranwaffen zu fordern. Denn keine Macht dieser Welt hat das Recht, auf ihren selbstherrlich gewählten Kriegsschauplätzen ganze Regionen unbewohnbar zu machen und die Menschen noch Jahrzehnte nach Beendigung der Kriegshandlungen zu vergiften und zu töten. Denn das ist nach Haager und Genfer Konvention ein Kriegsverbrechen.

Unter Bezug auf ethnographische Fallbeispiele aus Tadschikistan, Gambia und Frankreich soll aufgezeigt werden, dass diese Reform- und missionarischen Bewegungen vor allem Jugendbewegungen sind. Zum einen begünstigen sie die Ausprägung muslimischer Jugendkulturen. Zum anderen eröffnen sie Jugendlichen, die aufgrund ihrer Positionierung im generationalen Gefüge bzw. aufgrund ihres Migranten-Status oft eine marginalisierte soziale Position einnehmen, Möglichkeiten, soziale Karrieren zu realisieren, an der Gesellschaft zu partizipieren und individuelle berufliche Aspirationen und Zukunftsvorstellungen zu entwickeln und zu verfolgen.

 
http://www.online.uni-marburg.de/isem/sose13/prots/v5.htm
27.11.2013 Verantwortlich: Prof. Dr. H. Kuni