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Philipps-Universität
Marburg
Konflikte in Gegenwart und Zukunft

Inhaltliche Verweise zum Interdisziplinären Seminar im Wintersemester 2010/2011 zu

Die deutschen Nachrichtendienste als Störfall für Frieden und Völkerverständigung

Vortragend

13.12.2010
Erich Schmidt-Eenboom (Weilheim i. OB)
Die deutschen Nachrichtendienste als Störfall für Frieden und Völkerverständigung
 

Skripte etc.

Ein Mitschnitt des Vortrags und der Diskussion sind hier bereitgestellt: nachrichtendienste.mp3.

 

Abstract

Geheime Nachrichtendienste nehmen eine Vielzahl militärischer und paramilitärischer Aufgaben war. Sie betreiben die Aufklärung des militärischen Gegners und die Zielplanung für den so genannten Ernstfall. Sie verfälschen bis heute politische und rüstungstechnische Tatsachen, um Kriegsgründe zu gerieren. Und sie arbeiten besonders verdeckt an der wehrpsychologischen Stärkung der Kriegsbereitschaft.

Mit welchen Mitteln und Tarnorganisationen dies als gemeinsames Geheimunternehmen der Organisation Gehlen und der US-Nachrichtendienste in Westdeutschland bereits ab 1948 vorangetrieben wurde, ist noch weitgehend unerforscht. Erich Schmidt-Eenboom wird aus seinen laufenden Forschungsarbeiten einige Facetten des Vorlaufs zur Wiederbewaffnung vorstellen.

Auf der anderen Seite nahmen und nehmen Nachrichtendienste Pazifisten, auf Völkerverständigung anstelle von Blockkonfrontation zielende Vereinigungen und vermeintliche Sympathisanten von "Feindstaaten" aufs Korn. Der Vortrag des Leiters des Forschungsinstituts für Friedenspolitik e.V. wird sich auch dieser Seite der Medaille widmen und im zweiten Teil die jüngst in den USA frei gegebene Akte des Counter Intelligence Corps über den Marburger Hochschullehrer Wolfgang Abendroth auswerten, der als Gegner der Wiederbewaffnung und Sozialist ins Visier des CIC geriet. Diese Akte lüftet auch das Geheimnis, welcher Kollege aus der Marburger Professorenschaft jahrelang als geheimer Informant des CIC tätig war.

 
http://www.online.uni-marburg.de/isem/WS10_11/prots/v8.htm
22.12.2010 Verantwortlich: Prof. Dr. H. Kuni