Gedächtnisraum im Schloß

Marburger Religionsgespräch

In der Geschichte der deutschen Religionskämpfe des 16. und 17. Jahrhunderts hat Marburg eine beträchtliche Rolle gespielt. 1527 stiftete Landgraf Philipp der Großmütige die Universität, die erste protestantische Universität Deutschlands. Am 2. und 3. Oktober 1529 fand dort, auf Anregung des Landgrafen Philipp, das Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli über die Abendmahlslehre statt, das zu der Spaltung der lutherischen und der reformierten Konfession führte. Als Landgraf Moritz 1605 anordnete, daß künftig das reformierte Bekenntnis in Kurhessen gültig sei, weigerten sich vier Universitätsprofessoren, diesem Befehl Folge zu leisten, und wandten sich an den Landgrafen Ludwig V. von Hessen-Darmstadt mit dem Vorschlag, eine neue protestantische Universität zu gründen, was dann auch in der benachbarten Stadt Gießen geschah. So kam es, daß diese beiden hessischen Universitäten nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegen.

Quelle: Die Lahn von Fritz Usinger

Pergament, Vorlage des Bildarchivs Foto Marburg