Cucurbita verflŁssigt
Fagus sylvatica L.
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Trivialnamen: Rot-Buche; Gemeine Buche
Familie: Fagaceae
Merkmale: gro√ÉŇłer, bis 44 m hoher, einh√ɬ§usiger Baum; Borke glatt, grau; Bl√ɬ§tter zweizeilig, ganzrandig oder stumpf gez√ɬ§hnt, jung hellgr√ɬľn und seidig behaart, sp√ɬ§ter dunkler und kahl; Knospen sehr schlank und spitz; m√ɬ§nnliche Bl√ɬľtenst√ɬ§nde rundlich, vielbl√ɬľtig, bis 2 cm lang gestielt, weibliche zweibl√ɬľtig, in einem filzigen Bl√ɬľtenbecher, der zur 4-klappigen Cupula wird; Frucht eine dreikantige Nuss.
Heimat: Europa
Blütezeit: April - Mai
Bemerkungen: In S√ɬľdeuropa nur im Bergland, im Norden bis S√ɬľdskandinavien, √ɬ∂stlich bis Ostukraine und Krim. Ca. 10 Arten in der Gattung, zwei davon in Europa, eine in Mitteleuropa, sonst n√ɬ∂rdliche gem√ɬ§√ÉŇłigte Zone, in Nordamerika bis Mexiko. Fagus orientalis (Ostbuche) kommt in Kleinasien, im Kaukasus und Balkan vor. Ihre Bl√ɬ§tter sind etwas l√ɬ§nger als die der Rotbuche und haben 7-12 (statt 5-7) Nervenpaare. Die Buche ist der dominierende Baum in Mitteleuropa (√ɬľbrigens, Homer verwendete als Erster 'Europa' als eine Ortbezeichnung. In einer Hymne an Apoll besingt er alle Menschen die in Europa wohnen, meinte damit allerdings nur die griechischen Orte Minos und Mykene). Er verh√ɬ§lt sich wie ein Snob unter den B√ɬ§umen, er nimmt nur die besten Standorte. Die Zeit zwischen 5800 - 3000 v. Chr. (andere Quellen nennen 7270 bis 3710 v. Chr.) wird als das Atlantikum oder Mittlere W√ɬ§rmezeit oder Eichenmischwaldzeit bezeichnet, mit bis zu 2,4√ā¬įC h√ɬ∂heren Mitteltemperaturen. Seit etwa 4500 v. Chr., als das Klima best√ɬ§ndig k√ɬ§lter und damit feuchter wurde, verdr√ɬ§ngte sie nach und nach die w√ɬ§rmeliebende Eiche und die mit ihr vergesellschafteten Linde, Ulme, Esche. Ab ca. 800 v. Chr. (andere Quellen sagen 500 v. Chr.) beginnt das heutige Subatlantikum, in dem die Buche letztendlich vorherrscht. Die Zeit zwischen Atlantikum und Subatlantikum wird das Subboreal genannt, in dem zun√ɬ§chst die Ulme, dann auch Linde und Eiche der Buche wichen. Vor dem Atlantikum stand das Boreal (ca. 8500 - 7000 v. Chr., Kiefer, Hasel, Birke), davor das Pr√ɬ§boreal (Vorw√ɬ§rmezeit, ab ca. 10000 v. Chr. mit Birke, Eberesche, Zitterpappel, Wacholder). Wo die Niederschl√ɬ§ge oft unter 500 mm fallen fehlt die Buche. Buchenlaub zersetzt sich gut. Junge Buchen sind sehr schattenvertr√ɬ§glich (bis 1/60 des Tageslichtes!), daher also Verj√ɬľngung des Bestandes unter den eigenen Eltern m√ɬ∂glich. Bucheckern gibt es alle 5 - 10 Jahre reichlich (Mastjahre). Fr√ɬľher wurde sie als Schweinefutter gesammelt, oder die Schweine in den Wald getrieben. In Notzeiten wurde ein Speise√ɬ∂l aus den Eckern gepresst. Ab etwa 50 Bucheckern k√ɬ∂nnen allerdings Vergiftungserscheinungen auftreten, da Bucheckern ein Blaus√ɬ§ureglykosid und Trimethylamin ('Fagin') enthalten. Junge Buchenbl√ɬ§tter k√ɬ∂nnen als Salat gegessen werden, und sollte dabei ein Bl√ɬ§ttchen zwischen den Z√ɬ§hnen h√ɬ§ngenbleiben hilft eine der l√ɬ§nglich-spitzen Knospen als Zahnstocher. Eine Buche kann maximal 400 Jahre alt werden, das Durchschnittsalter liegt jedoch um 150 Jahre. Buche und Esche sind B√ɬ§ume mit 'fakultativer Farbkernbildung', d.h. es kommen St√ɬ§mme mit und ohne Verkernung vor. Wenn (rotkernige Buchen), dann ist der Kern nicht regelm√ɬ§√ÉŇłig vom Splint getrennt, sondern eher wolkig abgestuft. Im Alter nimmt die Verkernung zu, und mit 150 Jahren ist fast jede Buche rotkernig. Das Holz (0,72 g/ccm bei 12-15% Restfeuchte) wird sehr vielseitig verwendet, vornehmlich zur M√ɬ∂belherstellung, als Furnier, Parkett, Spielzeugholz, Industrieholz (Span- und Faserplatten, Pressholz), und ist neben der Esche sehr gut f√ɬľr die Holzbiegetechnik unter Dampf geeignet. Es ist immer eher r√ɬ∂tlich (Name!), im Gegensatz zum wei√ÉŇłen Holz der Hainbuche (Wei√ÉŇłbuche). Schw√ɬ§chen hat die Buche nur durch ihre geringe Dauerhaftigkeit im Au√ÉŇłenbereich und als Konstruktionsholz. Die relativ glatte Rinde der Buche ist auf ein persistentes, oberfl√ɬ§chennahes Korkkambium (Phellogen) zur√ɬľckzuf√ɬľhren, welches in genau dem Ma√ÉŇłe neues Phellem entwickelt wie es au√ÉŇłen absch√ɬľlfert. Bei der Korkeiche (Quercus suber) bleibt das Phellogen ebenfalls dauerhaft erhalten und liefert uns, da dessen Derivate nicht absch√ɬľlfern, den viele Zentimeter dicken Kork des Handels. Bei den meisten anderen Geh√ɬ∂lzen werden die Phellogene nach einigere Zeit durch neue, tiefer liegenden Korkkambien ersetzt. Auch als Brennholz ist die Buche bestens geeignet. Sie war zudem im Mittelalter wichtigste Quelle f√ɬľr Holzkohle und Pottasche. Pottasche (Kaliumcarbonat, K2CO3), welche in der Asche von Buchenholz reichlich vorhanden ist, war als Flussmittel f√ɬľr die Glaserei zur Erniedrigung der Schmelztemperatur notwendig und diente zur Seifenherstellung (Seifen sind Kalium- oder Natriumsalze der h√ɬ∂heren Fetts√ɬ§uren). Man gewann Pottasche durch Extraktion von Holzasche in Wasser und anschlie√ÉŇłendem Verdampfen in eisernen 'P√ɬ∂tten'. Auch der englische Name von Kalium 'potassium' ist darauf zur√ɬľckzuf√ɬľhren. In Norddeutschland wurde der Queller (Salicornia europaea) zur Pottaschegewinnung genutzt, auch der Adlerfarn wurde so verwendet. Die Buchenblattgallm√ɬľcke (Mikiola fagi) ruft die typischen Buchengallen hervor. Fagus, von griechisch 'phegos' oder dorisch 'phagos', war der Name der R√ɬ∂mer f√ɬľr die Buche. Hier spielten vermutlich die essbaren Bucheckern eine Rolle, denn 'phagein' (gr.) hei√ÉŇłt essen (z.B. bei 'Phagocytose', 'Bakteriophagen', 'Koprophagie' u.a.). 'Buche' ist aus dem althochdeutschen 'buoha' ab und ist √ɬ§lter als das Wort 'Buch', was von dem Baum herzuleiten ist. Fr√ɬľher, belegt seit dem 6. Jhd., wurde auf d√ɬľnnen Buchenholztafeln geschrieben.Der Spruch 'Buchen sollst Du suchen' r√ɬľhrt wahrscheinlich daher, dass die glatte Rinde die Blitze besser ableiten kann als bei der Eiche und deshalb die Sch√ɬ§den weniger offensichtlich sind. Allerdings sagen andere Quellen, dass die Eiche 54 mal h√ɬ§ufiger vom Blitz getroffen wird als die Buche. Mir leuchtet aber zun√ɬ§chst nicht ein, warum das so sein sollte. M√ɬ∂glicherweise stehen die lichtliebenden Eichen √ɬ∂fter solit√ɬ§r, w√ɬ§hrend Buchen meist einen Wald bilden.Bei den rotlaubigen 'Blutbuchen' (z.B. Fagus sylvatica 'atropunicea', F. sylvatica 'purpurea' oder F. sylvatica 'Swat Magret') √ɬľberdeckt der Farbstoff Anthocyan das Blattgr√ɬľn. Sie werden gerne in Parks als Zierb√ɬ§ume eingesetzt. Eine weitere nat√ɬľrliche Variet√ɬ§t der Rotbuche ist Fagus sylvatica var. suentelensis, die S√ɬľntel-Buche. Erstmals im S√ɬľntel, einem Teil des Weserberglandes n√ɬ∂rdlich von Hameln, aufgetreten, wird diese erbliche Form der Buche in Parks als Blickfang eingesetzt, so z.B. im Rauischolzh√ɬ§user Schlosspark bei Marburg. Besonders auffallend sind die verdrehten, knorrig-knubbeligen √É‚Äěste, die h√ɬ§ufigen Anastomosen (Astverwachsungen), die Tendenz zur Absenkerbildung (√É‚Äěste ber√ɬľhren den Boden und bewurzeln sich neu) und die h√ɬ§ngenden, an Trauerformen anderer Baumarten erinnernden Zweige. Es gibt jedoch auch eine H√ɬ§ngeform der Buche (Fagus sylvatica f. pendula), welche oft den S√ɬľntel-Buchen √ɬ§hneln, aber viel st√ɬ§rker h√ɬ§ngende Zweige und weniger knorrigen Wuchs haben.2011 hat die UNESCO die 'Buchenurw√ɬ§lder der Karpanten' (aufgenommen 2007) um f√ɬľnf deutsche Buchenw√ɬ§lder zu erweitern ernannt: den Buchenwald in Grumsin in Brandenburg, den Nationalpark Hainich in Th√ɬľringen, den Nationalpark Kellerwald-Edersee in Hessen, den Nationalpark Jasmund in Mecklenburg-Vorpommern und den Serrahner Buchenwald im M√ɬľritz-Nationalpark. 2017 wurden diese erneut um Buchenw√ɬ§lder in Albanien, √É‚Äďsterreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Italien, Rum√ɬ§nien, Spanien und Ukraine erweitert, insgesamt nun 12 Staaten.
Schlagwörter: Europa · Fett liefernde Pflanze · Futterpflanze · Holz liefernde Pflanze
Abbildungen:
Fagus sylvatica L. Fagus sylvatica L.