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Pteridium aquilinum (L.) Kuhn
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Trivialnamen: Adlerfarn; Bracken; Christwurz
Familie: Dennstaedtiaceae; Pteridaceae;
Merkmale: ausdauernder Rhizom-Geophyt; Familienmerkmale: Sori zu einem linienf├Ârmigen Randsaum vereinigt, dieser einen falschen Schleier bildend; Gattungsmerkmale: (schr├Ąger!) Querschnitt des Stengels mit adler├Ąhnlicher Figur. Farn mit Stiel; ├╝berhaupt erinnert der Habitus dieser Pflanze an einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen. Zwei Unterarten: ssp. aquilinium (in Klammern ssp. pinetorum) mit 3-4 fach gefiederten Bl├Ąttern (2-3 fach), matt dunkelgr├╝n (hellgr├╝n gl├Ąnzend); Wedel zahlreich (Wedel einzeln); unterste Fieder meist k├╝rzer als die darauf folgenden (meist l├Ąnger); Wedelspindel meist behaart (meist kahl); zweites Fiederpaar ├╝ber dem ersten stehend (Wedel ├╝ber dem ersten Fiederpaar etwas abgewinkelt), bis 2 m hoch (bis 1 m hoch).
Heimat: Kosmopolit
Blütezeit: Juli - Oktober
Bemerkungen: Spreizklimmer, kalkmeidend, nun in den Dennstaedtiaceae, gelegentlich auch in Hypolepidaceae und eigener Familie gef├╝hrt. Die Rhizome lieferten in vielen Gegenden der Welt Nahrung in Form von St├Ąrke in Notzeiten. Auf den Kanaren wurde zerriebene Rhizome mit Gerste gemischt und verbacken, was noch heute unter dem Namen 'goflo' zu haben sein soll. Indianer im Westen Amerikas a├čen die ger├Âsteten Rhizome, in Neuseeland und Australian wurde sie ebenfalls gegessen. In Norwegen und Sibirien braute man ein Bier daraus. Besonders in Japan ist P. aquilinum als Nahrung gesch├Ątzt, dort 'Warabi' und 'Zenmai' genannt. Neben dem Rhizom werden auch die jungen Wedel frisch, gesalzen, sonnengetrocknet oder eingelegt gegessen. Der bittere Geschmack wird durch Eintauchen in hei├čes Salzwasser (NaCO3, Holzasche) verringert. Jedoch ist Adlerfarn auch kanzerogen. Von Viehvergiftungen wusste man schon l├Ąnger, aber erst Mitte des 20. Jhd. wurde die Kanzerogenit├Ąt festgestellt. Die Zubereitung in hei├čem Salzwasser verringert jedoch die Toxidit├Ąt. Trotzdem wird die H├Ąufigkeit von Magenkrebs in Japan auf den Konsum von Adlerfarn zur├╝ckgef├╝hrt. Der Verzehr wird daher nicht empfohlen! Die Rhizome k├Ânnen sehr alt und lang werden (in Finnland: 60m und 1500 Jahre). Griech. pteridos = gefiedert; wegen der gefiederten Wedel. Lat. aquila = Adler; wegen der Leitb├╝ndelanordnung. Linn├ę soll aufgrund des adlerartigen Verteilung der Gef├Ą├čb├╝ndel bei schr├Ągem Schnitt durch die Basis des Wedelstiels auf den Namen 'aquilina' gekommen sein. Ein giftiges Weide- Unkraut, es wird ├╝ber einen Zusammenhang von Massenvorkommen des Farns (Sporen!) mit regionalen Krebs-H├Ąufigkeiten diskutiert. Die Rhizome enthalten Gerbstoffe, welche zur Ziegen - und Fensterlederproduktion genutzt wurden, Adlerfarnspitzen wurden mit Aluminium- oder Kupferbeize zur Gr├╝nf├Ąrbung verwendet, die Rhizome f├Ąrben dunkelgelb, die Wurzeln schwarz (Rezepte bei May et al. 1978). Kreuzweise ├╝ber einen Kessel verflochten dienen Adlerfarnwedel auch als Sieb in Liberia (dort daher 'Strainer Weed' genannt). In Europa und den Britischen Inseln wurde Adlerfarn verbrannt und seine Asche zur Gewinnung von alkalischen Salzen (Soda, Pottasche) zur Glas- und Seifenherstellung sowie als D├╝nger genutzt. Er diente als Dachbedeckung, Verpackungsmaterial, Streu, Schweinefutter (soll geschmacksgebend f├╝r den 'Hampshire Bacon' gewesen sein), Gartenmulch, Papiergrundstoff und seine Gef├Ą├čb├╝ndel dienten in Borneo sogar als Saiten f├╝r Streicherb├Âgen. Genaueres bei May et al. 1979. In den Tropen gilt der Adlerfarn als Zeiger degradierter Fl├Ąchen und hemmt deren nat├╝rliche Wiederbesiedelung mit B├Ąumen.Farne galten wegen ihrer Bl├╝ten-, Frucht- und Samenlosigkeit als wunderkr├Ąftig. Allerdings nur ihr unsichtbarer Same war es, und dieser war extrem schwer zu beschaffen. Wenn man also in der Nacht vom 6. Januar (in ├ľsterreich die Nacht der heiligen Berta genannt, in dieser Nacht soll der Teufel nicht zu Hause sein) zu Mitternacht einen Magischen Kreis zeichnet sich mit in der Nacht zu Johannis (vom 23. zum 24. Juni) gesammelten Holunderbeeren hineinstellt, sollen Farnsamen in ein Abendmahlstuch (chalice cloth) gewickelt erscheinen (├ľsterreich). In England musste man 12 Zinnplatten zu einer Farnwuchsstelle bringen. An Mitternacht sollten die Farne in hell blaue Bl├╝ten erbl├╝hen und einen goldenen Samen formen. Dieser durchbricht 11 der Platten und landet auf der 12ten. Falls keine Zinnplatten zur Hand waren sollten es auch die Bl├Ątter der K├Ânigskerze tun. Dies musste wiederum in der Nacht zu Johannis geschehen, am besten durch einen Barf├╝├čigen in frommer Gem├╝tsverfassung. Falls die Suche erfolglos bleibt liegt das an den D├Ąmonen, welche die Kraft der Samen f├╝r sich selbst haben wollten. Eine weitere Methode war, die Sonne an ihrem h├Âchsten Stand im Jahr (schon wieder der 24. Juni!) zu beschie├čen. Trifft man, sollen drei Blutstropfen herabfallen, die sich sofort in Farnsamen verwandeln. Nach einer russischen Legende mussten Farnsamen in der Mittsommernacht (schon wieder!) mit Hilfe eines wei├čen Taschentuches, einer Bibel, eines Kreuzes, einem Glas Wasser und einer Uhr gesammelt werden. Kurz vor Mitternacht beschreibt man einen Kreis mit dem Kreuz um die Wuchsstelle, breitet das Taschentuch aus, legt Kreuz, Bibel und Wasserglas darauf. Dann soll man sorgf├Ąltig die Uhr beobachten. Genau zur Mitternacht f├Ąllt der Same, und noch weitere wunderliche Dinge geschehen, n├Ąmlich drei Sonnen und ein Vollmond bescheinen alle Sachen, sogar die perfekt versteckten. Der Adlerfarn soll seinen Bl├╝hf├Ąhigkeit dadurch verloren haben, das er als Streu der Krippe des Jesuskindes nicht wie alle andere Streupflanzen vor Freude ├╝ber den erhabenen Moment erbl├╝hte, obwohl er es h├Ątte k├Ânnen. Seither ist er f├╝r immer bl├╝tenlos. In Irland erz├Ąhlt man sich St. Patrick habe sie verflucht, da sie Schlangen Unterschlupf gew├Ąhrten. Allerdings zeigt er, wenn man seine Achse um die Weihnachtszeit schneidet Symbole seiner Bu├če: entweder Adam und Eva jede an einer Seite des Baumes der Erkenntnis, oder die Initialen des Heiligen Namens (Christogramm) IHC. Diese gr├╝nden im westlichen Christentum auf dem griechischen 'iota-eta-sigma', wobei die griechischen Buchstaben manchmal als I oder J bzw. S oder C ├╝bersetzt werden, 'eta' ist immer ein 'H'. Das orthodoxe Christentum nutzt andere Initialen, meist 'ICXC'. Manchmal wird der Adlerfarn in Deutschland daher auch 'Christwurz' genannt, in Irland 'Fern of God'. Weil die Wedelrippe dieses Farnes in seinem Herzen die Initialen Jesu Christi trage, sollten durch ihn Hexen und Geister wirkungsvoll abgeschreckt werden. Und auch in alten Krypten (York Minister 1171, auch in St. Peters in Northampton) wurden Adlerfarne in Stein geschnitzt.Die Unterart ssp. pinetorum hat das passenden Synonym ssp. osmundaceum. In der Tag erinnern die Wedel an Osmunda. Die Verbreitung in Deutschland ist nach Rothmaler noch ungen├╝gend bekannt.
Schlagwörter: Fńrbepflanze · GemŘsepflanze · kosmopolitisch · Stńrke liefernde Pflanze