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Ceratonia siliqua L.
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Trivialnamen: Johannisbrotbaum; Carob Tree; Locust-Bean; St. John's Bread; Bocksh├â┬Ârndl; Karube; Hornschote;
Familie: Caesalpiniaceae
Merkmale: kleiner, meist zweih├â┬Ąusiger, immergr├â┬╝ner Baum, zwittrige Bl├â┬╝ten kommen vor; Stamm von ├â┬Ąlteren B├â┬Ąumen meist sehr knorrig verwachsen; Bl├â┬Ątter paarig gefiedert (2 bis 5 Paare), Fieder ledrig, gl├â┬Ąnzend, junge Bl├â┬Ątter deutlich heller gr├â┬╝n; H├â┬╝lsen hart, braun, quer zum Fruchtblatt zerbrechend (Gliederh├â┬╝lse); Bl├â┬╝ten stark reduziert, in kurz gestielten K├â┬Ątzchen.
Heimat: Südasien, im Mittelmeergebiet Kulturrelikt
Blütezeit: August - Oktober
Bemerkungen: Die Fr├â┬╝chte sind e├â┼Şbar (enth├â┬Ąlt ├â┬╝ber 50 % Zucker), wenn auch ein wenig hart. Sie liefern das Karob-Pulver, welches in der Naturkost als Umh├â┬╝llung von Rosinen und N├â┬╝ssen, oder als Kakaopulverersatz verwendet wird. Die zermahlenen, von der Samenschale und Embryo befreiten Samen, das Johannisbrotkernmehl, sind durch quellf├â┬Ąhige Kohlenhydrate ein Dickungsmittel (E 410, diabetikergeeignet, kalorienarm) und Textilienappretur, ger├â┬Âstete Samen entwickeln ein kaffee├â┬Ąhnliches Aroma. Aus dem Fruchtmus presst man einen Saft, Kaftan genannt, welcher als Sirup oder auch zu Alkoholika weiter verarbeitet wird. Heute werden die H├â┬╝lsen meistens jedoch nur noch als Viehfutter verwendet. Die Samen sind das urspr├â┬╝ngliche Karat der Juweliere (0,18 g), sie sind tats├â┬Ąchlich erstaunlich einheitlich im Gewicht. Heute wird das metrische Karat verwendet (0,2g). Gold wurde ebenfalls in Karat gewertet, welches allerdings nur als Wort f├â┬╝r den 24. Teil einer Mark (mittelalterliches Gewicht, ca. 234 g) ├â┬╝bernommen wurde. 24-kar├â┬Ątiges Gold war rein, 12-kar├â┬Ątiges 50%ig, die Zwischenstufen entsprechend. Heute wird Gold in Tausendsteln gemessen, also z.B. 585/1000 = 58,5%ig =14 Karat, 750/1000 = 75% = 18 Karat, und ab 999/1000 = rein =24 Karat, da es technisch unm├â┬Âglich ist s├â┬Ąmtliche Fremdatome auszuschlie├â┼Şen. Das Wort Karat stammt vom Namen dieser Pflanze, dieser gebildet aus gr. Keratos = Horn (siehe wiss. Name!) wegen der hornartig aussehenden H├â┬╝lsen. Vorlinneisch hie├â┼Ş dieser Baum Siliqua edulis, bei Bauhin Siliquae arbor sive Ceratia im Gegensatz zu Siliqua silvestris rotundifolia = Judasbaum, entstanden aus dem lat. Wort 'siliqua' f├â┬╝r H├â┬╝lse. Dieses vermutlich angelehnt an silex = Kiesel, harter Stein, wegen der harten Fruchtschalen von Ceratonia siliqua. Sp├â┬Ąter wurden daraus, wegen der einheitlichen Samengewichte, die Namen der griechischen und r├â┬Âmischen kleinsten Gewichtseinheiten Keration (gr.) bzw. Siliqua (r├â┬Âm.), was heute mit 0,189 g ├â┬╝bersetzt wird.Die Pflanze ist ein Kulturrelikt, urspr├â┬╝nglich im indomalaischen Raum. Die Bl├â┬╝tezeit ist in der Tat ungew├â┬Âhnlich f├â┬╝r das Mittelmeergebiet, auch sind die Bl├â┬╝tenverh├â┬Ąltnisse (Kauliflorie, unscheinbare Bl├â┬╝ten, Duft) typisch f├â┬╝r Fledertierbest├â┬Ąubung (hier vegetarische Flughunde), eine ebenfalls f├â┬╝r die Mediterraneis wenig einleuchtende Anpassung. Auch die Fruchtverbreitung ist an Flughunde angepasst, einer der seltenen F├â┬Ąlle wo Best├â┬Ąuber und Verbreiter aus der gleichen Tiergruppe kommen. Trotzdem ist der Karob-Baum zum Charakterbaum dieser Landschaft geworden. Es wurde und werden die Fr├â┬╝chte dieser Art als die 'Heuschrecken' interpretiert, die Johannes der T├â┬Ąufer w├â┬Ąhrend seines Wirkens in der W├â┬╝ste um den n├â┬Ârdlichen Teil des Toten Meeres gegessen haben soll. Dies st├â┬╝tzt sich auf folgende Bibelstellen: Er h├â┬Ątte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fra├â┼Şen; aber niemand gab ihm davon (Lukas 15,16). Oder: Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen G├â┬╝rtel um seine H├â┬╝ften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung (Matth├â┬Ąus 3,4). M├â┬Âglicherweise ist auch der 'wilde Honig' das Fruchtmark der H├â┬╝lsen. Andere Forscher jedoch meinen, Johannes h├â┬Ątte in dieser Gegend tats├â┬Ąchlich Heuschrecken gegessen. Mit dem englischen 'Locust' werden Heuschrecken, aber auch viele H├â┬╝lsenfr├â┬╝chtler (z.B. auch die Robinie) bezeichnet. In der englischen Bibel isst John the Babtist 'locust'.├â┼ôber die historische und pr├â┬Ąhistorische Verbreitung dieser Art sowie Fragen der Domestikation berichten Ram├â┬│n-Laca & Mabberley (2004: The ecological status of the carob-tree (Ceratonia siliqua) in the Mediterranean. Bot. J. Linn. Soc. 144:431-436). Sie vermuten, dass der Johannisbrotbaum zwischen 4000 und 2000 v. Chr. von semitischen (nach Sem, dem ├â┬Ąltesten Sohn Noahs, Sems Urenkel ist Ururururgro├â┼Şvater von Abraham) V├â┬Âlkern aus dem s├â┬╝darabischen Raum als Viehfutterpflanzen ins Mittelmeergebiet gebracht wurden. Voreiszeitlich soll diese oder verwandte Arten sogar bis nach Westeuropa gelangt sein.
Schlagwörter: Asien · Frucht · Futterpflanze · Mittelmeergebiet · Obstpflanze · Technisch nutzbare Pflanze