Herkunft:                                    Südafrika (Kapland)


1806:                                         Kolonialisierung  Kapplands und Verschleppung nach Malta


1811:                                         Oxalis pes-caprae gilt auf Malta angeblich bereits als heimisch

 

südafrika

Heutige Ausdehnung:

  • Mittelmeergebiet
  • Portugal
  • Westasien (Iran, Irak, Pakistan, Afganistan)
  • Großbritanien
  • USA (Kalifornien, Arizona, Florida)
  • Australien
  • Südamerika

Oxalis pes-caprae ist ursprünglich in Südafrika (genauer:Kapland) heimisch und dort weit verbreitet.  Diversen Kurzbeschreibungen der Pflanze ist der Hinweis beigefügt, die Pflanze sei bereits im 18. Jahrhundert in den Mittelmeerraum verschleppt worden. Wahrscheinlich ist aber, dass die Populationen, die sich heute in diversen Teilen der Welt finden, ihren Ursprung auf Malta und im frühen 19. Jahrhundert  haben.


Im Jahre 1806 wurde Kapland englische Kolonie. Eine junge Engländerin soll ein einzelnes Exemplar von Oxalis pes-caprae aus eben jener Kolonie nach Malta gebracht  und sie dort einem Botaniker  zum Geschenk gemacht haben. Besagter Botaniker Padre Giacinto führte die Pflanze unter ihrem Synonym (s. Oxalis pes-caprae) ab 1806 in seinen Unterlagen. Von dieser einen Pflanze ausgehend bildete sich schnell eine große Population auf Malta. Oxalis pes-caprae soll bereits 1811 als auf Malta heimisch gegolten haben. Spätestens im Jahre 1915 aber ist der Nickende Sauerklee sicher als gewöhnliche maltesische Pflanze beschrieben worden. Von Malta ausgehend fand eine Ausbreitung über den Mittelmeerraum statt. Heute findet sich Oxalis pes-caprae unter anderem in Portugal, Westasien (Iran, Irak, Pakistan, Afganistan), Großbritanien, Australien, USA (Kalifornien, Arizona, Florida) und Südamerika.

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Das massive Auftreten von Oxalis pes-caprae ist allerdings auch mit großen okologischen und ökonomischen Problemen verbunden.

Oxalis pes-caprae prägt -zur Blütezeit- in einigen Verbreitungsgebieten stark das Landschaftsbild. Durch die beschriebene Form der Verbreitung  werden einheimische Pflanzen massiv verdrängt. Daraus resultiert ein gebietsweise großer ökologischer Schaden. Hinzu kommt, dass Oxalis pes-caprae auch landwirtschaftlich genutzte Flächen überwuchert. Beispielsweise in Weinanbaugebieten entstehen dadurch jedes Jahr wirtschaftliche Schäden.

Über wirklich erfolgreiche Möglichkeiten Oxalis pes-caprae zu kontrollieren, ist wenig bekannt. Der beste Weg, eine immer größer werdende und dann gegebenenfalls schädliche Population einzudämmen, ist der, neue Fundstellen früh zu überwachen und schnell zu intervenieren. Große Populationen zu kontrollieren ist nur schwer möglich und erfordert meist jahrelange Maßnahmen, deren Erfolg nicht sicher prognostizierbar ist. Möglichkeiten der Kontrolle sind:

  • Mechanische Methode: Die Pflanzen werden ausgerissen und auf diese Weise aus dem Boden entfernt. Diese Methode eignet sich allerdings nur für kleine Populationen, die gut zugänglich und räumlich stark begrenzt auftreten. Ein Vorteil ist, dass diese Art der Bekämpfung leicht umzusetzen ist. Sie ist allerdings wenig effektiv.  Der überwiegende Teil der Brutzwiebeln verbleibt  in der Erde und schon in der nächsten Vegetationsperiode ist die Population in nahezu unveränderter Größe zu beobachten.  Wenn diese Methode zum Erfolg führen soll, muss sie konsequent umgesetzt und über Jahre regelmäßig wiederholt werden. mechanisch
  • Mulchen: Hierbei wird die Erde mit einer durchsichtigen oder schwarzen Folie überdeckt. Auf die Folie ihrerseits wird Mulch aufgeschichtet. Es gibt Berichte, die besagen, dass dieses Vorgehen -wenn es über eine vollständige Vegetationsperiode hinweg umgesetz wird- zu einer deutlichen Reduktion des Vorkommens von Oxalis pes-caprae führt. Sicher belegt ist das allerdings nicht.
  • Chemische Methoden: Auch Chemische Wirkstoffe haben bisher keine dauerhafte Veränderung der Populationsgröße bewirkt. Chemische Methoden der Kontrolle erzielen nur innerhalb einer Vegetationsperiode ihre Wirkung.
  • Biologische Methoden: Bisher hat sich keine biologische Methode zur Kontrolle der Verbreitung des Nickenden Sauerklees als wirksam erwiesen.  1990 wurde der Versuch unternommen, die Larven von Klugeana philoxalis hierfür einzusetzen. Weitere Informationen über das Zustandekommen dieses Versuchs (Worauf basiert die Vermutung, Klugeana philoxalis könnte sich zur Eindämmung eignen?)und den Ausgang des Versuchs liegen leider nicht vor.

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