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Arganöl

Die Inhaltsstoffe und Produkte

Das Arganöl besteht, wie jedes Öl, zum Großteil (über 99%) aus Fettsäuren. Die Hauptbestandteile der Fettsäurezusammensetzung machen die gesättigte Palmitinsäure (12.2 %), die einfach ungesättigte Oleinsäure (45.4 %) und die zweifach ungesättigte und für den Menschen essentielle Linolsäure (35.4 %) aus. In kleineren Konzentrationen treten noch Palmitoleinsäure (0.1 %), Stearinsäure (5.3 %), Linolensäure (0.2 %), Arachidonsäure (0,3 %) sowie Gadolensäure (0.4 %) auf. Mit 80 % Gesamtanteil an ungesättigten Fettsäuren liegt Arganöl somit eher in durchschnittlichen Bereich. Sonnenblumen-, Raps- und Olivenöl schneiden vergleichsweise besser ab.

Auch das Verhältnis Linol-Linolensäure ist mit 340:1 nicht optimal, besonders gesundheitsfördernd gilt 5:1.


Tocopherol

Wichtig und werberelevant für Arganöl sind hingegen die unverseifbaren Komponenten bzw. die sekundären Pflanzenstoffe, die nur ca. 0,5 – 1 % der Gesamtzusammensetzung ausmachen. Wichtigster Werbeträger des Arganöls sind die Tocopherole (Vitamin E), wichtige Membranbestandteile tierischer Zellen. Auf sie entfallen etwa 8 % der unverseifbaren Komponenten. Dennoch erreicht Arganöl trotz der Werbung mit diesem Stoff keineswegs Spitzenwerte, Weizenkeimöl beispielsweise beinhaltet wesentlich mehr Vitamin E.


Stigmasterin

Einen weiteren Bestandteil bilden die sogenannten Phytosterine oder auch Sterole, die ca. 20 % der sekundären Inhaltsstoffe ausmachen. Sie wirken cholesterinsenkend, da sie die Resorption von Cholesterin im Darm durch kompetitive Hemmung verhindern. Einzigartig im Arganöl sind die Phytosterine Schottenol und Spinasterol, die als antitumorwirkend bzw. zellstimuliereng beschrieben worden sind.


Zu 37 % machen Carotinoide die unverseifbaren Komponenten aus. Es handelt sich hierbei um Antioxidantien, die als Radikalfänger im Körper die Oxidation empfindlicher Moleküle verhindern.


Squalen

Weitere 20 % entfallen auf so genannte „Ätherische Öle“, das sind Triterpenalkohole, die die Fettsäuren in Membranlipiden vor Oxidation schützen. Das hier einzuordnende Squalen ist ein wichtiger Bestandteil von Schweinegrippeimpfstoffen.


Syringasäure Vanillinsäure

Der Rest entfällt auf phenolische Verbindungen, also Verbindungen aus einem aromatischen Ring und angehängten Hydroxygruppen. Sie haben antimikrobielle Wirkungen und hemmen Bakterienwachstum. Zu nennen sind Vanillin-, Ferula- und Syringasäure.


Verwendet wird das Arganöl vorwiegend als Speiseöl der kalten Küche, beispielsweise für Marinaden und Vinaigrettes. Oft zu finden sind Mischöle, z.B. mit Olivenöl. Die Kombination soll die besten Eigenschaften der verschiedenen Öle miteinander verbinden. In der Kosmetik findet es Verwendung als Bestandteil von Anti-Aging-Hautpflegeprodukten. Es wurde dermatologisch auf optimale Hautverträglichkeit getestet und für „sehr gut“ befunden.


Die hohen Preise sind vorwiegend bedingt durch die geringen Ernteerträge und die aufwendige Herstellungsprozedur. Der Preis pro Liter liegt qualitätsabhängig bei 119-149 Euro für Speiseöle, veredelte Hautöle werden dementsprechend teurer. Olivenöl hingegen hat einen qualitätsbedingten Literpreis zwischen 5-40 Euro.