Exemplarische Pflanzen
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Rosmarin
(rosmarinus officinalis L.)


Rosmarin-Busch
Photographie von A. Michael (2009)

Quelle: User:Adrian Michael - wikimedia.org
Interessanterweise ist Rosmarin eigentlich kein traditionelles Küchengewürz, obwohl es als verdauungsfördernder Speisezusatz genutzt wurde. Sehr wohl war es aber ein Lebens- und Fruchtbarkeitssymbol, Grabkränze wurden oft aus Rosmarin gewunden.

Rosmarin-Blüte
Rosmarin-Blüte
Photographie von J. Tosti (2005)
(CC-by-sa 3.0)

Quelle: User:Jeantosti - wikimedia.org

Kölnisch-Wasser 4711
Photographie von Riggwelter (2008)
(CC-by-sa 3.0)

Quelle: User:Riggwelter - wikimedia.org

Doch auch heute spielt Rosmarin noch eine wichtige Rolle. Neben dem Kücheneinsatz wird es zum Aromatisieren von Wein verwendet, kann als Tee getrocknet werden und ist schließlich unverzichtbar für die Herstellung des berühmten Kölnisch-Wassers.

Estragon
(Artemisia drancunculus L.)


Estragon
Photographie von KENPEI (2007)
(CC-by-sa 2.1 jp)

Quelle: User:KENPEI - wikimedia.org

Der Name des Krautes leitet sich aus einer Verballhornung eines arabischen Wortes ("Tharchûn") ab. Im Rahmen seines Transportes machten französische Seeleute daraus etwas, das sich so ähnlich anhörte wie "Dragon", das französische Wort für "Drache". Bis heute hat das Gewächs daher den Namen Estragon - "Drachenkraut", wenn man es direkt übersetzt.

Neben der Gewürzeigenschaft findet das Kraut weitere Anwendungen: Es ist harntreibend und gilt als menstruationsfördernd, weswegen schwangeren Frauen von einem größeren Konsum abgeraten wird. Zugleich gilt es als Appetitanreger, ist ein Jodlieferant und wird zu verschiedenen naturheilkundlichen Anwendungen eingesetzt, etwa als Bestandteil von Mitteln gegen Zahnschmerzen, als Schlafmittel und als Wurmkur.

Senfpflanze
Senfpflanze
Photographie von Abrahami (2007)
(CC-by-sa 3.0 up)

Quelle: User:Abrahami - wikimedia.org

Senf
(Sinapis alba L.)

Senf ist ein Gewürz, das aus den Samen von weißem, schwarzem und braunen Senf hergestellt wird, wobei die Anteile an Samen aus dem weißen Senf in der Regel überwiegen. Die Körner werden gemahlen und normalerweise mit Essig, Wasser und Gewürzen zu einer Paste verarbeitet (Tafelsenf). Je nach der Zusammensetzung der unterschiedlichen Zutaten bzw. den Samenanteilen der drei unterschiedlichen Senfpflanzen unterscheiden sich die Sorten.

Beim Mostrich wird anstelle des Essigs unvergorener Traubensaft zugegeben, beim süßen Senf wird durch Zucker oder Apfelmus die namensgebende Süße erzeugt.

Senf ist schon ein sehr altes Gewürz, bereits in der Bibel wird die Pflanze erwähnt. Besonders bekannt ist das Gleichnis vom Senfkorn, dessen Aussage im Wesentlichen "Alles ist möglich" lautet.

Neben den würzenden Aspekten wird Senf noch als Senfpflaster bei rheumatischen Erkrankungen und Atemwegsbeschwerden eingesetzt, positive Wirkungen sollen aber auch bei Epilepsie, Hexenschuss und Milz- sowie Leberleiden bestehen.


Bergpredigt
Gemälde von C. H. Bloch (1890)


Quelle: wikimedia.org

Ackerbohne
(vicia faba L.)

Die nächste Pflanze, die Ackerbohne, heißt nebenbei auch Saubohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Faberbohne oder Puffbohne. Neben ihrem Stellenwert als Gemüse wird sie auch in der Naturheilkunde als Kraut gegen Entzündungen, Ruhr und als Bestandteil von Enthaarungslotionen eingesetzt. Sie stellt ein gutes Viehfutter dar, da sie sehr eiweißreich ist.

Sie hat aber auch einer Krankheit den Namen gegeben: Dem Favismus, eine Stoffwechselstörung, unter der weltweit bis zu 400 Mio. Betroffene leiden. Es handelt sich dabei um eine Unverträglichkeit gegen den Pollen der Pflanze, was zu Fieber, Bauchschmerzen und anderen Symptomen führt, im Extremfall sogar zum Tod des Betroffenen.


Vicia faba
Photographie von Rasbak (2005)
(CC-by-sa 3.0 up)


Quelle: User:Rasbak - wikimedia.org

Saubohne
Photographie von R. W. M. Jones (2006)


Quelle: User:Richard W.M. Jones - wikimedia.org

Rainfarn
Photographie von G. Slickers (2004)
(CC-by-sa 2.5 up)


Quelle: User:Georg_Slickers - wikimedia.org

Rainfarn
(tanacetum vulgare L.)

Aus der Pflanze, die dem Thor als heilig galt, wurden früher rituelle Kuchen gebacken und Kränze gewunden. Aber auch als Heilmittel wurde sie beispielsweise von der heiligen Hildegard von Bingen beschrieben. So soll sie helfen bei Bauch- und Leibesschmerzen, als Wurm- und als Läusemittel. Das funktioniert tatsächlich sehr gut, auch heute wird sie in der Tiermedizin (etwa bei Pferden) noch in Wurmkuren verwendet, beim Menschen wird auf diese Anwendung heute jedoch verzichtet, da es weniger giftige und wirkungsvollere Mittel gibt.

Auch als Insektizid ist sie zu gebrauchen: Bereits der Geruch vertreibt Insekten, legt man sie ins Feuer ist auch der Rauch stark insektenvertreibend. Der Grund ist das enthaltene Nervengift Thujon, von dem auch die wurmtötende Wirkung ausgeht.


Rainfarn
Photographie von W. J. Pilsak (2005)
(CC-by-sa 3.0 up)


Quelle: User:W.J.Pilsak - wikimedia.org

Hildegard v. Bingen
Gemälde aus dem Liber scivias (o.J.)
(CC-by-sa 3.0 up)


Quelle: wikimedia.org

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