Historische Grundlagen - Zeitliche Einordnung
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Völkerwanderungen
bis ca. 600 v. Chr.

Quelle: User Sansculotte auf wikimedia.org (GFDL 1.2)

Wiederentdeckung Amerikas
L. Prang & Co. (1858)

Quelle: wikimedia.org
Erste Schwierigkeiten treten bereits bei der Einordnung des Mittelalters auf, in dem Karl der Große lebte. Eine gängige Definition beschreibt das Mittelalter als die Zeit zwischen dem Ende der Völkerwanderungen und der Wiederentdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus 1492. Karl der Große war der Sohn von Pippin "dem Jüngeren" und Bertrada von Laon, die ebenfalls "die Jüngere" genannt wurde.
Karl und sein Bruder Karlmann erbten jeweils einen Teil des väterlichen Reiches, nach dem frühen Tode Karlmanns überging der mächtige Karl jedoch die eigentliche Erbfolge, nach der Karlmanns Kinder hätten erben müssen, und einte das gesamte Reich wieder unter seiner Herrschaft.

Ludwig der Fromme
Gemälde von Jean-Joseph Dassy (1837)

Quelle: wikimedia.org
Karl seinerseits wiederum war im Laufe der Zeit mit zahlreichen Frauen verheiratet, dazu kam eine Reihe von Geliebten. So sind mindestens zehn verschiedene Gefährtinnen bekannt, mit und von denen Karl der Große mindestens 17 Kinder hatte.
Von besonderer Bedeutung im Rahmen des Capitulare ist dabei sein Sohn Ludwig, genannt "der Fromme".

Nach einer schweren Krankheits-Welle und einer ausgeprägten Dürre in Ludwigs Unterkönigreich begannen sich die Leute zu fragen, ob ihr Herrscher denn wirklich noch in Gottes Gnaden herrsche. Karl der Große wurde darüber hellhörig und beschloss Maßnahmen zu ergreifen, damit es nicht im gesamten Reich zu solchen Gedanken kommen könne. Am Ende dieser Planungen steht unter anderem das "Capitulare de villis".

Die Pest
Gemälde von A. Boecklin (1898)

Quelle: wikimedia.org

Zugegebenermaßen ist das obige Bild aber nicht optimal gewählt, man kann heute mit einiger Sicherheit sagen, dass nicht die Pest die Herrschaft Ludwigs beinahe ins Wanken gebracht hat. Aber da es ein schönes Bild ist, soll es bleiben.

Damit klar wird, welche immense Bedeutung das Capitulare Karls des Großen für Europa hatte muss man sich aber dessen Leistungen vor Augen halten, was der nächste Abschnitt in kürzester Form zu tun versucht.
Sehr eindrucksvoll zeigt das auch die nachfolgende Karte, in der die Eroberungen Karls des Großen über die Jahre dargestellt sind. Es wird nicht überraschen, dass er, um dieses Mammuwerk zu stemmen, nahezu jeden Sommer Krieg führen musste, um neue Gebiete zu erobern oder die Macht in bereits eroberten Gebieten zu sichern.


Das Karolingische Reich 768-811
User: Tsui nach User:Wolpertinger, 2006 (GFDL 1.2+)

Quelle: wikimedia.org

Widukind unterwirft sich
Gemäde von Ary Scheffer (1840)

Quelle: wikimedia.org

Im Folgenden soll nur eine Übersicht über einige wichtige Siege Karls des Großen gegeben werden:

  • 772
Zerstörung der Irminsul
  • 773/774
Sieg über die Langobarden
  • 775/776
Sieg über die Sachsen
  • 778
Eroberung des maurischen Nordspaniens
  • 783
Sieg über den Sachsenaufstand unter Widukind
  • u.v.m.

Ein großes Reich wie das Frankenreich brauchte natürlich eine gut strukturierte Verwaltung, um überhaupt regierbar zu sein. Das Verwaltungssystem Karls des Großen bestand aus zwei Grundzügen:
Zum Einen zog er mit seinem Hof während der Herbst-, Frühjahrs und Wintermonate herum, verweilte nur selten länger, d.h. mehrere Tage, an einem Platz und erledigte offene Angelegenheiten direkt vor Ort, dazu gehörten das Sprechen von Gerichtsurteilen, das Besetzen von vakanten Ämtern und generell das Lösen aller Probleme, die den Herrscher betrafen.
Die Orte, an denen er jeweils Hof hielt, waren oft bestehende Klöster oder Hofgüter, die seinen Haushalt aufnehmen konnten, es wurden allerdings auch von ihm und für ihn eigene Anlagen errichtet. Das nachfolgende Bild zeigt seine Kaiserpfalz in Goslar, eine der wenigen, die heute noch bestehen.


Die Kaiserpfalz Goslar
Photographie von User: AxelHH (2007)

Quelle: wikimedia.org

Die zweite Maßnahme, um sein riesiges Reich zu verwalten, bestand aus Bestimmungen, von denen Abschriften an die Verwalter, die er überall eingesetzt hatte, zu schicken mit Anweisungen, wie sie zu handeln hätten. Näheres zu diesen Anweisungen, die auch "Capitularia" genannt wurden, finden sich auf der nächsten Seite.

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