Die Sateré-Mawé

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Die Guaraná-Pflanze

Der wissenschaftliche Name von Guaraná lautet Paullinia cupana. Die Gattung Paullinia gehört zur Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae) zu der auch Ahorn, Rosskastanie und Litschi gehören. Die Guaraná-Pflanze selbst gedeiht fast ausschließlich im Amazonasgebiet. Wild wächst sie als Kletterpflanze und rankt sich an Bäumen empor. Unter Kultivierung wird aus ihr jedoch ein ausladender Strauch, der ca. 2 m hoch und ca. doppelt so breit ist. Wenn die Frucht reif ist, platzt sie auf und weist dann eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem menschlichen Auge auf. Dies spiegelt sich auch im Mythos vom Ursprung der Guaraná-Pflanze wieder .

Guaraná ist schon lange bekannt für seine anregende und heilende Wirkung. Schon im späten 17. Jahrhundert stellte der jesuitische Missionar Joao Felipe Betendorf fest, dass die Sateré-Mawé Guaraná als „Energie-Lieferanten“ sehr schätzen. Pater Betendorf beobachtete, dass Guaraná unter Anderem getrunken wurde, um Fieber zu senken und Kopfschmerzen zu lindern. Guaraná wurde außerdem sowohl in Europa als auch in den USA im 18. und 19. Jahrhundert konsumiert, um dann unerklärlicherweise aus den Arzneibüchern zu verschwinden, bis es im späten 20. Jahrhundert als Energiedrink, Aphrodisiakum oder Diätmittel wieder auftauchte.

Bei diversen wissenschaftlichen Studien ließ sich nachweisen, dass der Konsum von Guaraná-Produkten tatsächlich viele positive Auswirkungen hat. So wurde beispielsweise festgestellt, dass Guaraná die Leistung des Gedächtnisses steigert, zu erhöhter Aufmerksamkeit führt und die Stimmungslage positiv beeinflusst. Diese Effekte können nicht alleine auf den Coffeingehalt von Guaraná zurückgeführt werden. Dieser liegt zwischen 2 bis 7,5 % und ist somit vier Mal höher als der von Kaffee. Guaraná-Samen besitzen damit den höchsten bekannten Coffeingehalt. Neben Coffein enthält Guaraná jedoch auch kleinere Mengen von diversen anderen Stoffen wie etwa Tannine oder Theobromin und Theophyllin. Die psychoaktiven Eigenschaften von Guaraná sind vermutlich auch durch den relativ hohen Gehalt dieser anderen Bestandteile bedingt.