 
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Leben und
Taten Landgraf Philipps des Großmütigen, der Hessen im
Strudel der europaweiten Umwälzungen des 16. Jahrhunderts zu
einem Zentrum der Reform werden ließ. 1504 in Marburg
geboren und 1567 in Kassel verstorben, galt Philipp in seiner Zeit
mit seinem alle Grenzen überschreitenden Engagement für
die protestantische Sache als einer der wichtigsten politischen
Verbündeten Martin Luthers und damit als einer der gefährlichsten
Feinde von Kaiser und Papst. Unter seiner Regierung erfuhr Hessen
einen enormen Modernisierungsschub, der nahezu alle Bereiche des
öffentlichen Lebens veränderte und bis heute nachwirkt.
Die Ausstellung veranschaulicht diese Mehrdimensionalität exemplarisch
aus unterschiedlichsten Perspektiven der Zeitgenossen und Nachgeborenen.
Zum ersten Mal seit Philipps Tod soll dabei auch ein spektakulärer
Überblick über die seit der Teilung seines Erbes auf verschiedenste
Museen, Bibliotheken, Archive, Kirchen und Privatsammlungen in aller
Herren Länder verstreuten Originalzeugnisse aus seiner Regierungszeit
gegeben werden.
Wichtigstes Schauobjekt ist das Marburger Landgrafenschloss,
das als älteste Residenz Hessens den repräsentativen Rahmen
für die Ausstellung bereit hält. Hier erblickte der bereits
mit knapp 14 Jahren vom Kaiser mündig gesprochene Philipp als
Sohn des Landgrafen Wilhelm II. und der Landgräfin Anna, geborener
Herzogin von Mecklenburg am 13. November 1504 das Licht der Welt.
Die Besucher der Ausstellung werden Philipps abenteuerlichem Lebenslauf
innerhalb des Schlosses in Form eines Rundgangs durch den von seinen
Vorfahren errichteten Fürstensaal, den Frauen- und Landgrafenbau,
die Schlosskapelle und verschiedene andere architektonisch anspruchsvolle
Räume folgen können.
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