Reinhard Brandt
Kritischer Kommentar zu Kants Anthropologie in pragmatischer Hinsicht (1798)
Abschnitt: 136
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3-13 Eben das gilt...aufbehalten zu haben.] In etwas anderer Interpretation erscheint der "fertige[n] Musicus" Parow 11. Vgl. auch XXVIII 276,17-20 und XXIX 44,36-45,2.
Das Beispiel des Musikers fand Kant vermutlich bei Locke im Essay concerning Human Understanding (2. Auflage) im Kapitel II 33, "Of the Association of Ideas.", 6: "A Musician used to any Tune will find that let it but once begin in his Head, the Ideas of the several Notes of it will follow one another orderly in his Understanding without any care or attention, as regularly as his Fingers move orderly over the Keys of the Organ to play out the Tune he has begun, though his unattentive Thoughts be elsewhere a wandering." (Locke 1975, 396) Hier ist es die fertige Melodie, die durch Ideenassoziation mühelos reproduziert wird, bei Kant spielt der Musiker eine Phantasie; es müßte konsequent auf die produktive Tätigkeit des Unbewußten eingegangen werden. Der innovative Charakter wird eigens betont: Der Musiker wünscht, die Phantasie "in Noten aufbehalten zu haben" (z.13). Hier wird also nicht eine thesaurierte Vorstellungsmenge anamnetisch reproduziert (vgl. Platons Menon), sondern es wird eine Tätigkeit des Unbewußten unterstellt; es bedarf einer permanenten Aktivität des Urteils (z.8) während des Spiels. Zu dieser 135,1-136,3 nicht angesprochenen unbewußten Verstandestätigkeit vgl. den Kommentar zu z.15-18. - Leibniz antwortet auf einen Einwand Pierre Bayles gegen die prästabilierte Harmonie ebenfalls mit dem Vergleich der Reproduktion einer schon gehörten, im ganzen unbewußt gewußten Melodie: "‘But,’ says Mr Bayle, ‘must not the soul recognize the sequence of the notes (distinctly), and so actually think of them?’ I answer: ‘No’; it suffices that the soul has included them in its confused thoughts in the same way it has a thousand things in its memory without thinking of them distinctly." (Leibniz 1956, 944) Dazu Burkhard Liebsch, "‘Eine Welt von Konsequenzen ohne Prämissen’. Ein Nachtrag zur Geschichte des Theorems vom unbewußten Schluß" (1991) 326-367.
15-18 Weil es aber diesen...eigentlich abgesehen ist.] Die Vorstellung, daß eine unbewußte Verstandestätigkeit in der Form einer passiven Empfindung bewußt wird, ist Gegenstand längerer Erörterungen in den Vorlesungsnachschriften. So heißt es Collins 10: "Wenn nur aber sehr vieles, was man empfinden nennet, nichts als dunckle Reflexionen sind; so steht dem Philosophen ein großes Feld zu bearbeiten offen, um diese dunckele Reflexionen zu entwickeln." Vgl. Menschenkunde 21. Was in der frühen Phase als wichtiges Arbeitsfeld philosophischer Analyse aufgefaßt wird, entläßt Kant 1798 aus der pragmatischen Anthropologie mit dem Hinweis, wir würden die dunklen Vorstellungen nur als Spiel der Empfindungen mit uns wahrnehmen, also eine nur passive Rolle spielen. Damit ist die Möglichkeit einer Psychoanalyse, die die unbewußte Tätigkeit, die den Empfindungen zugrunde liegt, aufspürt, aus der (geisteswissenschaftlichen) pragmatischen Anthropologie in die medizinische, tatsächlich aussichtslose Physiologie abgeschoben. Kant nimmt nicht teil an der Erforschung des Unbewußten, wie sie besonders im Anschluß an Johann Georg Sulzers Abhandlung "Erklärung eines psychologischen paradoxen Satzes: Daß der Mensch zuweilen nicht nur ohne Antrieb und ohne sichtbare Gründe, sondern selbst gegen dringende Antriebe und überzeugende Gründe handelt und urtheilet" entwickelt wird (zuerst 1759 auf französisch; deutsch in: Sulzer 1800, I 101-123; dort auch speziell: "Daher kommt es, daß man das Urtheil für eine Art von innerer Empfindung hält." (I 119)) Vgl. dazu u.a. die Abhandlung von Mauchart, auf die im Kommentar zu 135,26-27 .verwiesen wird.
15 Weil es aber diesen nur in seinem passiven Theile] In H fehlt "Theile".
15-16 Spiel der Empfindungen wahrnehmen läßt] Liegt der Akzent darauf, daß wir (wer? der Anthropologe?) die dunklen Vorstellungen nur als Spiel der Empfindung wahrnehmen? Nämlich derart, daß sich uns fälschlich als Empfindung darstellt, was eigentlich eine dunkle Reflexion des Verstandes ist. Die Quelle hierfür könnte der eben angeführte Satz der Abhandlung Sulzer 1800, I 119 sein: "Daher kommt es, daß man das Urtheil für eine Art von innerer Empfindung hält." - Die Vorstellung des Spiels der Empfindungen, der Gefühle, der Gemütsvermögen durchzieht die Kantische Anthropologie. Es ist ein Spiel, das wir treiben können oder das mit uns getrieben wird, vgl. u.a. §31 A (174,30-176,2).
16-18 die Theorie...eigentlich abgesehen ist.] H: "diese Theorie derselben doch nicht zur pragmatischen Anthropologie, sondern der physiologischen" mit dem Randzusatz: "worauf es hier eigentlich nicht abgesehen ist". A1: "eigentlich abgesehen" (die Auslassung des "nicht" führte in A2 zur Umstellung des Satzes). Vgl. 140,6-7: "[...] ohne sich der Acte, die hiebei im Inneren des Gemüths vorgehen, bewußt zu werden"; hier wird also klar eine unbewußte Tätigkeit angesprochen. - Zur Unterscheidung von physiologischer und pragmatischer Anthropologie vgl. oben 119,9-27.
19-21 Wir spielen nämlich...Schatten zu stellen] Kant kennt den Begriff der hier einschlägigen "Anspielung" (z.B. II 234,27-28: "[...] durch den kleinen Muthwillen ihrer Scherze einige feine Anspielungen durchscheinen zu lassen, [...]"). Er benutzt ihn jedoch in der Druckschrift der Anthropologie nicht; der Begriff "Allusion" wird offenbar ebenfalls nicht benutzt. Kant interessiert nicht nur der heute dominierende "Eros concealed", sondern die Verbergungs- und Anspielungstechnik im gesamten Schambereich. - In z.19-21 wird auf z.25-35 vorverwiesen, in z.21-24 auf z.36-137,12.
21-22 öfter aber noch sind wir selbst ein Spiel dunkeler Vorstellungen] Vgl. z.36-37: "[...] sind wir auch oft genug das Spiel dunkeler Vorstellungen, [...]." Die als solche nicht gekennzeichnete 2. Auflage von Bd. VII der Akademie-Ausgabe (von 1917) bringt z.21 "selbst beim Spiel", offenbar eine Verschlimmbesserung eines Druckers, der die lectio difficilior "selbst ein Spiel" (z.21; 1907) zurechtbringen wollte. Zur Differenz der Auflagen von 1907 und 1917 vgl. oben S. ##. - Ein Beispiel für das hier angesprochene Spiel der Vorstellungen mit uns ist der Traum. Zum letzteren vgl. z.B. Ludwig Heinrich von Jakob im Grundriß der Erfahrungs-Seelenlehre (1791): "Der Traum scheint größtentheils ein mechanisches Spiel von Vorstellungen zu seyn. Die Organe der Phantasie sind rege; es erfolgt also das Bewußtseyn der mit ihren Bewegungen verknüpften Vorstellungen, und das Dichtungsvermögen spielt mit diesen rege gemachten Vorstellungen, verknüpft sie, trennt sie, fügt sie zusammen, schafft neue Bilder u.s.w. Der Traum ist nichts als ein unwillkürliches Dichten." (291; §499) Vgl. hierzu auch Herbert Read, Icon and Idea (1955) 117; ebenso Albert Béguin, L’âme romantique et le rêve (1939) 7-8.
23-24 ob er sie gleich als Täuschung anerkennt.] Warum nicht "erkennt"? Ob er die Täuschung nun erkennt oder anerkennt - was besagt dies für die Notwendigkeit, daß das Ich "seine" Vorstellungen als solche rechtskräftig besitzen, also sie auch beherrschen muß? Wenn "seine" Vorstellungen das Spiel mit dem Verstand treiben, wenn ich das Spiel "meiner" Vorstellungen werde - worin liegt dann noch der Besitzanspruch und Herrschaftstitel? Entspricht das Erkennen oder Anerkennen der Täuschung dem Akt Ludwigs XVI., mit dem er die Revolution erkennt oder anerkennt, d.h. abdankt? Kant denkt vermutlich einfach an den Wunsch eines Grabes unter einem schattigen Baum, 137,1-5. - Es gibt bei Kant keinen prinzipiellen Grund, warum wir nicht das Spiel, das das Unbewußte (die dunklen Vorstellungen) mit uns treibt, selbst durchschauen sollten. Die Psychoanalyse ist dagegen der Meinung, daß es in bestimmten Fällen einer umständlichen Anamnese unter Einhilfe eines Therapeuten bedarf, um die Manipulationen, die das Unbewußte mit uns vornimmt, zu durchschauen und durch die Selbsterkenntnis auch die Selbsttäuschung aufzuheben und damit nicht mehr Opfer dieses mit uns getriebenen Spiels zu sein.
25-35 So ist es mit...Gefahr laufen will.] Vgl. 152,19-32. Collins 71-72; dort unter dem Titel "Handlungen beym Gedächtniß".
26 Genuß ihres Gegenstandes] Vgl. 152,22-23: "[...] um nicht das eine zum bloßen Werkzeuge des Genusses des anderen abzuwürdigen." S.a. dazu den "Anhang erläuternder Bemerkungen zu den metaphysischen Anfangsgründen der Rechtslehre. 3. Beispiele", VI 359,17-360,7.
36-137,1 Andererseits sind wir...Verstand beleuchtet.] Vgl. 149,34-35: "Illusion ist dasjenige Blendwerk, welches bleibt, ob man gleich weiß, daß der vermeinte Gegenstand nicht wirklich ist"; 167,11-12: "Die Täuschung ist hier nicht zu heben; [...]; vgl. auch Refl.1482 (XV 666,13). - Daß etwas als Täuschung durchschaut, aber dadurch als Illusion nicht aufgehoben wird, wird ausführlich in der Kreutzfeld-Opponentenrede behandelt, vgl. XV 906 ff. - Die Unterscheidung einer Täuschung, die verschwindet, wenn man sie durchschaut, und einer Täuschung, die in Kraft bleibt, obwohl sie durchschaut ist, wird in ganz anderem Zusammenhang in der stoischen Affektenlehre gemacht. Bei Johannes Stobäus wird in den Eclogae ausgeführt: "Alle, die im Affekt sind, kehren sich von der Vernunft ab, aber nicht so, wie Leute, die sich in etwas täuschen, sondern auf eine spezifische Weise. Denn diejenigen, die sich beispielsweise darin täuschen, daß die Atome die Prinzipien sind, nehmen, belehrt, daß sie es nicht sind, von ihrem Urteil Abstand. Die Leute hingegen, die im Affekt sind, die nehmen, auch wenn sie wissen und auch wenn sie darüber belehrt werden, daß man nicht trauern oder sich fürchten oder überhaupt im Affekt sein soll, dennoch nicht davon Abstand, sondern werden von den Affekten dazu gebracht, daß sie sich von deren Tyrannei beherrschen lassen." (abgedruckt in: SVF III 94; Frg. 389)
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1-5 Sich das Grab...nicht Ursache hat.] Vgl. hier 167,5-11; sodann Refl.370 (XV 144,28-145,2); Refl.1504 (XV 809,4-5). Korrespondierende Überlegungen in den Vorlesungsnachschriften: "Die Phantasie erstreckt sich bis zum Grabe. So z.E. Glaubt mann, wenn man gestorben ist, werde man wissen wie man im Grabe Liege. Daher wählen sie viele schon im Leben, beyleibe nicht ein Dunkles Gewölbe, sondern wie bey uns am Haberberge will man gern begraben seyn." (Busolt 38) Der Hinweis auf den Königsberger Haberberg (= Haferberg, also trockenes Land) konnte nicht in das Buch übernommen werden. - Eine Anmerkung der Logik-Bauch lautet: "Eine Vorstellung ist dunkel d.h. ich bin mich ihrer nicht bewust. Es scheint daher ein Widerspruch zu seyn [vgl. 135,3-7]. Allein wir sind sich ihrer bewust aber nicht unmittelbar, sondern Mittelbar z.B. Mancher will gern apart unter einem Baum wo er oft im Schatten gesessen und ein Pfeifchen geschmaucht hat, begraben seyn. Man hat hirbey die dunkle Vorstellung: ich werde mich meiner nach dem Tod bewust seyn, es ist freylich närrisch [?], sich bewust seyn und Tod seyn" (70). - Zur Umwandlung der Vorstellungen von Tod und Begräbnis in der Spätaufklärung vgl. Friedrich Gedikes Aufsatz "Über die Begräbnisse in den Kirchen" (1785) 80-95. Physische Geographie Pillau 112: "Daher wäre es schön, wenn man nicht mehr die Leichen in den Kirchen begraben möchte."
Goethe sagte in einem Gespräch mit Ernst Förster: "Den Tod statuire ich nicht." (vgl. Pfotenhauer 1987, 167) Dazu das Pendant bei Kant: "Wer aber über diesen Gedanken [sc. des Todes] nicht mit männlichem Muthe wegsieht, wird des Lebens nie recht froh werden." (213,10-11).
7 Das russische Sprichwort] Vgl. Refl.474 (XV 196,6); Parow 20 mit Kommentar Nr. 25.
13-18 Sogar wird studirte...der Weisheit anzulocken.] Ähnliche Ausführungen 139,26-34, besonders 31-34: Daß man sich den gesunden Menschenverstand "als eine Fundgrube in den Tiefen des Gemüths verborgen liegender Schätze vorstellt, auch bisweilen seinen Ausspruch als Orakel (den Genius des Sokrates) für zuverlässiger erklärt als Alles, was studirte Wissenschaft immer zu Markte bringen würde." Sodann 145,16-25, besonders 19-21: "Dergleichen enthalten die sogenannten Sinnsprüche oder orakelmäßigen Anwandlungen (wie diejenigen, deren Ausspruch Sokrates seinem Genius zuschrieb)." S.a. 224,1. Der für Kant aktuelle philosophie-politische Hintergrund zeigt sich in der "Vorrede zu Reinhold Bernhard Jachmanns Prüfung der Kantischen Religionsphilosophie" aus dem Jahr 1800: "Der, welcher das erstere [sc. daß "Weisheit von oben herab dem Menschen (durch Inspiration) eingegosssen" werde, VIII 441,15-16] als passives Erkenntnißmittel behauptet, denkt sich das Unding der Möglichkeit einer übersinnlichen Erfahrung, welches im geraden Widerspruch mit sich selbst ist, (das Transscendente als immanent vorzustellen) und fußt sich auf eine gewisse Geheimlehre, Mystik genannt, welche das gerade Gegentheil aller Philosophie ist und doch eben darin, daß sie es ist, (wie der Alchemist) den großen Fund setzt, aller Arbeit vernünftiger, aber mühsamer Naturforschung überhoben, sich im süßen Zustande des Genießens selig zu träumen." (VIII 441,18-25) Dieser Hinweis schließt unmittelbar an die Auseinandersetzung mit Stolberg-Schlosser an, die ihren literarischen Niederschlag in der Schrift von 1796 fand: "Von einem neuerdings erhobenen vornehmen Ton in der Philosophie" (VIII 389-406); dort die Neuprägung (?) "Obscuriren", VIII 394,36. Vgl. auch hier 226,3-22 mit Kommentar.
Die hier angesprochene Dunkelheit hat ihrem literarischen Ursprung nach nichts zu tun mit der erkenntnistheoretischen Topologie von dunklen und klaren, verworrenen und deutlichen Vorstellungen (wenn Kant auch z.20-21 auf das Schema von "dunkel-klar" zurückgreift); sie stammt vielmehr aus der Rhetorik und wird hier von Kant auch wesentlich auf Schriften bezogen, verdeutlicht durch optische Analogien. Man vergleiche auch John Lockes Essay concerning Human Understanding, in dem im Kapitel II 29: "Of Clear and Obscure, Distinct and Confused Ideas" gehandelt wird, während die unvermeidliche Dunkelheit und die "affected Obscurity" in der Sprache unter dem Titel der "Of the Imperfection of Words" und des "Of the Abuse of Words" erneut diskutiert werden, auch hier im Rückgriff auf das Schema "dunkel-klar (obscure-confused)" und "verworren-deutlich (clear-determined)" (Locke 1975, 475-508; Essay III 9 und 10). Die hier erörterte "studirte" (z.13) oder "gekünstelte" (z.17) Dunkelheit steht im Kontrast zur Dunkelheit, die ein Schriftsteller (noch) nicht überwinden konnte - die Dunkelheit besonders der ersten Kritik war nach Kant nicht studiert, sondern bildete einen eingestandenen Mangel; vgl. dazu A 98 ("Um deswillen wird sich der Leser bis dahin durch die Dunkelheit nicht abwendig machen lassen [...]").Auf die Dunkelheit der Kritik wurde verwiesen in der Jenaer Allgemeinen Litteratur-Zeitung Nr. 295 (1785) 298-299: "Doch vielleicht hielt ihn [Kant] hievon blos die Dunkelheit zurück, die eben in diesem Theile der Kritik [der Deduktion der reinen Verstandesbegriffe], welcher gerade der helleste seyn müsste, wenn das Kantische System eine vollkommene Überzeugung gewähren sollte, am allerstärksten herrscht." Kants Reaktion in der zweiten "Vorrede" der KrV (1787) B XXXVII ("[...] um den Schwierigkeiten und der Dunkelheit so viel wie möglich abzuhelfen [...].") Sodann die generelle Stellungnahme zu dem Vorwurf der Dunkelheit in der Metaphysik der Sitten, "Vorrede" zu den "Metaphysischen Anfangsgründen der Rechtslehre", VI 206,4-34.
Die studierte, gekünstelte Dunkelheit wird man wieder in zwei Arten einteilen: Die eine ist rhetorisch-instrumenteller Art, die andere ist nach Meinung der Autoren in der Sache selbst begründet. Zur Dunkelheit der letzteren Art bekennen sich z.B. Autoren mit gnostischen Tendenzen, s. Michael Pauen, Dithyrambiker des Untergangs. Gnostizismus in Ästhetik und Philosophie der Moderne (1994).
August Georg Friedrich Rebmann, Obscuranten-Almanach (1798-1804); dazu York-Gothart Mix, "Guillotinen aus Papier. A. G. F. Rebmanns ‘Obscuranten-Almanach’ (1798-1804)" (1991) 22-28.
"Obscuritas" wird von Quintilian in der Institutio oratoria VIII 2 behandelt: "De perspicuitate et obscuritate"; dort auch das "skotison" von z.16 (VIII 2,18); die Quintilian-Passage gehört zu den Referenz-Texten der Pedanten-Kritik. Vgl. auch das Gedicht von Luise Adelgunde Victoria Gottsched: "Ode über eines Schulfuchses im Quintilian skòtison. Tanto melior! ne ego quidem intellexi!" (1742; abgedruckt in: Epochen der deutschen Lyrik 1700-1770, hrsg. von Jürgen Stenzel (1969) 159-161. Johann Gotthelf Lindner, Lehrbuch der schönen Wissenschaften (1767) I 206 (s. XV 668,39-40).
Erneute Beachtung fand das Dunkle in der Diskussion des Erhabenen; so heißt es bei Edmund Burke im zweiten Teil der Philosophischen Untersuchungen über den Ursprung unsrer Begriffe vom Erhabnen und Schönen (1773) 89-90 im vierten Abschnitt "Von dem Unterschiede zwischen Klarheit und Dunkelheit in Ansehung der Leidenschaft": "Etwas anders ist es, eine Idee klar, und etwas anders, sie für die Imagination eindringend zu machen. [...] Eine Beschreibung durch Worte hingegen, so lebhaft und so malerisch sie immer seyn möchte, würde nur eine sehr dunkle und unvollkommene Idee dieser Gegenstände erregen: und doch wäre es möglich, durch diese Beschreibung einen stärkern Eindruck hervor zu bringen, als durch jenes Gemälde.[...]. In der That trägt eine große Deutlichkeit nur wenig dazu bey, die Leidenschaften zu erregen, da sie auf gewisse Weise eine Feindin alles Enthusiasmus ist."
14-15 in der Dämmerung...einen Nebel gesehene Gegenstände] Die Urteilskraft, so 228,11-12, verhütet "Irrthümer aus dem dämmernden Lichte, darin die Gegenstände erscheinen." Der Scharfsinn, von dem z.20 gesprochen wird, ist eine Eigenschaft der Urteilskraft als des Unterscheidungsvermögens, des "iudicium discretivum", 220,31 und 228,3.
16-17 Das Skotison (machs dunkel!) ist der Machtspruch aller Mystiker] Vgl. Refl.178; XV 67,3-4: "Verwirrte Kopfe. Ordentliche. Methodische. systematische. Dunkelheit: scotison. Heller Verstandlicher Prediger. Mystisch."
17 Machtspruch] H: "Wahlspruch". "Machtspruch" in der Anthropologie nur hier, "Wahlspruch" auch 179,7. Während hier zwischen "Machtspruch" und "Wahlspruch" zu wählen ist, wird in den parallelen Ausführungen von "Ausspruch" (139,32 und 145,20; s. auch VIII 394,35 gegen Johann Georg Schlosser) und "Sinnsprüche[n]" (145,19) gesprochen. - Die Verwendung des Begriffs des Machtspruchs im Kampf gegen "Mystiker" findet sich auch z.B. bei Vertretern der Berliner Aufklärung. Friedrich Nicolai schreibt in seinem Buch Ueber meine gelehrte Bildung, über meine Kenntniß der kritischen Philosophie und meine Schriften dieselbe betreffend, und über die Herren Kant, J. B. Erhard, und Fichte (1799) über die Mittwochsgesellschaft: "Alle Mitglieder waren ächte Wahrheitsfreunde, daher ging die Bemühung eines jeden dahin, dasjenige was er für Wahrheit hielt, nicht durch Machtsprüche oder die Berufung auf die Stimme im Innern, sondern durch Gründe geltend zu machen." (Zitiert nach Norbert Hinske (Hrsg.), Was ist Aufklärung? (1977) XXIX)
Durch die kurzfristige Umarbeitung des "Allgemeinen Gesetzbuches der Preußischen Staaten" zum "Allgemeinen Landrecht für die Preußischen Staaten" zwischen 1792 und 1794 erhielt die Frage der Machtsprüche noch einmal eine politische Aktualität. Franz Wieacker schreibt in seiner Privatrechtsgeschichte der Neuzeit: (1967) 331: "Für den 1. 6. 1792 war die Publikation des Gesetzes als Allgemeines Gesetzbuch vorgesehen. [...] Da suspendierte unter dem Einfluß der politischen und theologischen Reaktion um den berüchtigten Kultusminister Wöllner und den Justizminister Danckelmann Friedrich Wilhelm II. die Inkraftsetzung auf unbestimmte Zeit: man hatte an der aufklärerischen Staatstheorie, ja schon an der rechtsstaatlichen Terminologie (‘Machtspruch’: §6 Einl.; V 28 §33; ‘Gesetzbuch’, ‘Bürgerstand’) sogar an Worten und Begriff des ‘Mißbrauches religiöser Handlungen zu Beschwörung und Geisterbannen’ Anstoß genommen." Ob Kant nähere Informationen über den Vorgang der Revision hatte, ist unbekannt. Jedenfalls trifft der Text der Anthropologie auf dezente Weise die Obskuranten auf dem und um den preußischen Thron (und Altar). - In der Schrift "Über das Mißlingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee" (1791) wird "Machtspruch" in negativer und in positiver Wertung verwendet. Es darf "nicht durch einen Machtspruch [die] Unstatthaftigkeit des Gerichtshofes der menschlichen Vernunft" dekretiert werden (VIII 255,24-25). Andererseits erhält der kategorische Imperativ den Rang eines Machtspruches: "Vielmehr muß die Vernunft, wenn sie nicht als moralisch gesetzgebendes Vermögen [...] einen Machtspruch thut, [...]" (VIII 262,20-22); s. auch VIII 264,21-25: "Doch kann man auch der bloßen Abfertigung aller Einwürfe wider die göttliche Weisheit den Namen einer Theodicee nicht versagen, wenn sie ein göttlicher Machtspruch, oder (welches in diesem Falle auf Eins hinausläuft) wenn sie ein Ausspruch derselben Vernunft ist, wodurch wir uns den Begriff von Gott als einem moralischen und weisen Wesen nothwendig und vor aller Erfahrung machen." Diese Redeweise zeigt gut die Unhintergehbarkeit des Faktums des Vernunftgesetzes.
Regina Ogorek, "Das Machtspruchmysterium" (1984) 82-107.
Für Kants Interesse an den Schatzgräbern der Weisheit wird der Geisterglaube von Friedrich Wilhelm II. nicht ohne Bedeutung sein. Dazu Bezold 1984, 227 (Anm. 37).
17 Mystiker] Schon Alexander Baumgarten spricht im zweiten Teil seiner Aesthetica unter dem Titel der "Obscuritas aesthetica" (Sectio XXXVIII) von den Mystikern, §641: "Turpioris obscuritatis §638. notatae dabunt exempla, nunc alterutro, nunc utroque morbo, de quo §639, laborantes veterum multi chemici, praesertim alchemistae, quibus arcana sunt omnia, praesertim philosophorum lapis, multi recentiorum etiam mystici, quoties vere divinis non contenti nova sibi ac suis excogitant mysteria, omnis magiam simulans et nocturnum cum daemonibus commercium, [...]." (Baumgarten 1961, 421). Diese Ausführungen fehlen in der Arbeit von Manfred Engel zum Schwärmertum (s. den Kommentar zu 132,17).
17-18 um durch...anzulocken] Fehlt in H. A1 wie A2. - Von Schatzgräbern ist auch unter dem Titel "Von der Wahrsagergabe" die Rede (188,10); s.a. 205,13-16. Kant notiert in der Phase 1792-1798: "Astrologie, Cabbala, Alchemie, Schatzgräberey, Animalische (g Magnetism) Electricitet, Beschwörungsformeln" (Refl.6332; XVIII 654,5-6). In der Berlinischen Monatsschrift 19 (1792) 68-75 steht in der Januarnummer "Eine Schatzgräbergeschichte aus Pommern. Eingesandt vom Herrn Prediger S*". Die Geschichte beginnt folgendermaßen: "Eine außerordentliche Begierde, in der Erde Schätze aufzusuchen, ist seit einiger Zeit selbst unter Leuten, die sonst nicht einfältig sein wollen, ein ansteckendes Uebel geworden. Wie viel Aberglauben, Zeitversäumniß und Geldverlust, wie viel bittre Reue am Ende damit verbunden sei, kann man in manchen Fällen bereits sichtbar genug wahrnehmen." (68) In der Aprilnummer erschien Kants Aufsatz "Ueber das radikale Böse in der menschlichen Natur" (ibid. 323-384). - Goethes Ballade "Der Schatzgräber" erschien in Schillers Musen-Almanach für das Jahr 1798 (Goethe 1948 ff., I 265-266).
18-21 Aber überhaupt ist...Begriffe aufzulösen.] Vgl. Collins 16: "Es muß in der Schreibart eine Dunckelheit seyn, aber so eingerichtet, daß man sie den Augenblick auflösen kann, das ist angenehmer und wahrer Witz." Allgemein zur wünschbaren "obscuritas" und "umbra aesthetica" Alexander Baumgarten, Aesthetica, Pars altera, Sectio XXXVIII und Sectio XXXVIIII, §631-§665; Baumgarten 1961, 414-441). Eine negative Wertung in Dohna 13: "Im dunkeln sieht alles größer aus als es wirklich ist. Das wissen die Schriftsteller die ihre Schriften mystisch eingekleidet wie faul Holz im Dunkeln leuchten lassen."
Lockes bilderreicher Aufruf gegen die "obscurity" im Essay concerning Human Understanding ist wie ein Fanal der Aufklärung geschrieben: "Besides, there is no such way to gain admittance, or give defence to strange and absurd Doctrines, as to guard them round about with Legions of obscure, doubtful and undefined Words. Which yet make these Retreats, more like the Dens of Robbers, or Holes of Foxes, than the Fortresses of fair Warriours; which if it be hard to get them out of, it is not for the strength that is in them, but the Briars and Thorns, and the Obscurity of the Thickets they are beset with. For Untruth being unacceptable to the Mind of Man, there is no other defence left for Absurdity, but Obscurity." (III 10. 9; Locke 1975, 495).
Zum Lob einer moderaten schriftstellerischen Dunkelheit vgl. Pietro Verri in der von Kant geschätzten Schrift Gedanken über die Natur des Vergnügens (1777): "Ein Buch, wo lauter scharfsinnige, und erhabene Gedanken auf einander folgten, könnte nicht gefallen, wenn nicht eine gewisse Dunkelheit damit verbunden wäre. Diese Dunkelheit sezt den Leser in die Notwendigkeit, die Lectur dann und wann zu unterbrechen, um über die Gedanken seines Schriftstellers nachzudenken [...]." (81) Ludwig Ernst Borowski hielt die ungefähr gleiche Meinung Kants in seiner Biographie fest: "Dagegen einen sehr geringen Wert nur setzte K[ant] auf Beredsamkeit. Er schätzte Wohlredenheit und bedauerte es, diese ebensowenig als den klaren, gleich faßlichen Audruck (den er auch in gelehrten Vorträgen eben nicht so sehr nötig hielt, damit dem Leser doch auch etwas zu eigenem Nachdenken verbleibe) sich in seinen Schriften ganz eigen machen zu können." (Groß (Hrsg.) 1912, 77)
24-138,10 Das Bewußtsein seiner...Definition derselben.] Zu dem Ort dieser Begriffsklärung vgl. den Kommentar zu 131,15.
24-138,5 Das Bewußtsein seiner...gedacht wird.] In der neuzeitlichen Philosophie ist die von Platon und Aristoteles ausgearbeitete Theorie des Klaren und Deutlichen neu konzipiert worden. Einer der klassischen Texte sind Descartes’ Principia philosophiae §45: Ein gewisses und unbezweifelbares Urteil verlange eine klare und deutliche "perceptio", die zu beurteilen sei. "Claram voco illam, quae menti attendenti praesens et aperta est: sicut ea clare a nobis videri dicimus, quae, oculo intuenti praesentia, satis fortiter et aperte illum movent. Distinctam autem illam, quae, cum clara sit, ab omnibus aliis ita sejuncta est et praecisa, ut nihil plane aliud, quam quod clarum est, in se contineat." (Descartes 1964 ff., VIII 1, 22) Hier wird die äußere Distinktheit (also dieser Vorstellung von allen anderen) so bestimmt, daß sie die innere voraussetzt, d.h. daß jedes innere Merkmal klar ist und, so ist zu ergänzen, somit von jedem anderen inneren Merkmal zu unterscheiden ist, also vollständig erkannt ist.
Leibniz nimmt die Bestimmung u.a. im Discours de la métaphysique auf: "Pour mieux entendre la nature des idées, il faut toucher quelque chose de la varieté des connoissances. Quand je puis reconnoistre une chose parmy les autres, sans pouvoir dire en quoy consistent ses differences ou proprietés, la connoissance est confuse. C’est ainsi que nous connoissons quelques fois clairement, sans estre en doute en aucune façon, si un poëme ou bien un tableau est bien ou mal fait, parce qu’il y a un je ne sçay quoy qui nous satisfait ou qui nous choque. Mais lors que je puis expliquer les marques que j’ay, la connoissance s’appelle distincte." (§XXIV; Leibniz 1965, IV 449). Hier wird die Klarheit als ausreichend angesehen, eine Sache von anderen zu unterscheiden; die Distinktheit bezieht sich auf die inneren Teile. Eine klare, unterscheidbare Vorstellung kann also distinkt oder verworren sein. S. auch die Darstellung der einschlägigen Vorstellungen von Leibniz bei Robert MacRae, Leibniz: Perception, Apperception, and Thought (1976) 71-89.
Den Unterschied von angelsächsischer und kontinentaler Tradition bei der Weiterentwicklung und Präzisierung des cartesischen "clare et distincte" hat Kurt Joachim Grau (1916) erörtert. Locke schreibt im Essay concerning Human Understanding II 29, 4: "As a clear Idea is that whereof the Mind has such a full and evident perception, as it does receive from an outward Object operating duly on a well-disposed Organ, so a distinct Idea is that wherein the Mind perceives a difference from all other; and a confused Idea is such an one, as is not sufficiently distinguishable from another, from which it ought to be different." (Locke 1975, 364) Die Lockesche Auffassung ist in seinem "Sensualismus" begründet: Schon die Sinne liefern uns klares und deutliches, d. h. durch die verschiedenen Sinnesbereiche evident unterschiedenes Material. "The coldness and hardness, which a man feels in a piece of Ice, being as distinct Ideas in the Mind, as the Smell and Whiteness of a Lily; or as the taste of Sugar, and smell of a Rose: And there is nothing can be plainer to a Man, than the clear and distinct Perception he has of those simple Ideas [...]." (Locke 1975, 119; II 2, 1) Mit dieser Konzeption wird der Verstand in seiner Aufklärungsfunktion entmachtet: Es bedarf seiner nicht, um das verworrene oder (nach Kant) undeutliche Sinnenmaterial zu entwirren oder deutlich zu machen. Mit seiner Theorie, daß es im Hinblick auf die Form der Sinne (Raum und Zeit) verstandesunabhängig klare und distinkte Vorstellungen gibt, nimmt Kant diese Lockesche (und schon Aristotelische) Lehre auf. Es sei hinzugefügt, daß die Differenz von Locke und Leibniz im Hinblick auf klare und deutliche Vorstellungen ihrer unterschiedlichen Urteilstheorie korrespondiert. Nach Locke kommt das Urteil durch den Vergleich zweier verschiedener (wir ergänzen: jeweils klarer und deutlicher) Vorstellungen zustande (Essay IV 1, 1; Locke 1975, 525-530). Bei Leibniz dagegen entdeckt der Verstand in den klaren, jedoch noch konfusen Vorstellungen die Distinktionen und gelangt so zur Entdeckung der Prädikate im Subjektbegriff; dadurch wird die Erkenntnis deutlich, im Idealfall am Ende auch adäquat. Das bedeutet, daß das Individuelle, die infima species, also vollständig begrifflich bestimmbar ist - worin Kant das eigentliche Mißverständnis der Leibnizschen Philosophie erblickt: "[...] errichtete der berühmte Leibniz ein intellectuelles System der Welt, oder glaubte vielmehr der Dinge innere Beschaffenheit zu erkennen, indem er alle Gegenstände nur mit dem Verstande und den abgesonderten formalen Begriffen seines Denkens verglich. [...] Er verglich alle Dinge blos durch Begriffe mit einander und fand, wie natürlich, keine andere Verschiedenheiten als die, durch welche der Verstand seine reine Begriffe von einander unterscheidet. Die Bedingungen der sinnlichen Anschauung, die ihre eigene Unterschiede bei sich führen, sah er nicht für ursprünglich an; [...]."(KrV A 270)
Zur Kontinentaltradition vgl. auch Christian Wolffs Bestimmungen in dem Kapitel "De differentia perceptionum formali" (Wolff 1962 ff., II 5, 20-33; Psychologia empirica §29-§55) und Baumgarten §510-§511; XV 6). - In der Rezension der Kantischen Anthropologie in der Erlanger Litteratur-Zeitung Nr. 11 vom 16. 1. 1799 wird vom Standpunkt des Leibniz-Wolffianismus moniert: "Ein deutlicher Begriff kann durch Beispiele in concreto klar aber keine Anschauung deutlich werden" (Spalte 85). Mit der nächsten Bemerkung (s. ad 140,27-28) stellt sich der Autor auf den Standpunkt Kants gegen die Leibniz-Wolffianer.
Zur Präsenz der erörterten Unterscheidung in der Kantischen Philosophie vgl. u.a. Jill Vance Buroker, Space and Incongruence. The Origin of Kant’s Idealism (1981) 34. Zur Herkunft der Unterscheidung von "clare et distincte" aus der platonischen und aristotelischen Philosophie vgl. die entscheidende Studie von Arbogast Schmitt, "Zur Erkenntnistheorie bei Platon und Descartes" (1989).
25 Klarheit] In H die Randbemerkung (ad z.27 ff., jedoch inhaltlich auf z.25 zu beziehen): "Klarheit der Begriffe (Verstandesklarheit) und der Darstellung der Begriffe. Diese ist Helligkeit des Kopfs".- Die Klarheit der Vorstellung reicht zur Unterscheidung (dem "distinguere") zu, das "distinctum" (sc. von anderen Vorstellungen) wird somit zum "clarum" gezogen, womit die Deutlichkeit (das "distinctum") freigesetzt ist für die interne Unterscheidung.
29-34 Vielleicht läßt sich...als kleiner beurtheilt.] Ohne Rückbezug wird 146,13-16 das gleiche Phänomen angesprochen. Collins 46.
Randnotiz in H: "Klarheit der Begriffe (Verstandesklarheit) und der Darstellung der Begriffe. Diese ist Helligkeit des Kopfs".
28-33 ein Feuer, in...hoch am Himmel] H: nachträgliche Einfügung Kants.
30 die scheinbare Größe des Mondes] H: "die scheinbar größere Gestalt des Mondes".
31-32 in beiden...leuchtende Gegenstände] H und A1: "beides stellt leuchtende Gegenstände vor".
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