Kant's gesammelte Schriften


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Mit konkreten Vorarbeiten für die in der Reihe der Bände noch fehlende Nr. 26 Vorlesungen über Physische Geographie ist in der Marburger Arbeitsstelle der Göttinger Akademie der Wissenschaften AdW Göttingen im Jahr 1994 begonnen worden. Intensiviert wurden die Arbeiten nach dem Abschluß von Bd. 25 Vorlesungen über Anthropologie (1997).
Mit Wirkung vom 1. Januar 2002 hat die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW) die Fortführung der Kant-Ausgabe im Rahmen des Akademien-Programms übernommen.
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Vorinformation
Sechs essentielle Informationen zu Band 26 mögen an dieser Stelle zur
vorläufigen Orientierung dienen:
- 1) Kant hat das Kolleg über Physische Geographie vom Beginn seiner Privatdozentur (1755) bis zum Ende seiner Vorlesungstätigkeit im Sommer 1796 ständig nach 'eigenen dictatis' und nicht am Leitfaden eines gedruckt vorliegenden Lehrbuches gehalten.
- 2) Auf der Grundlage verschiedener Manuskripte hat ein Schüler
von Kant im Jahr 1802 eine zweibändige Ausgabe in Königsberg erscheinen lassen; sie trägt den Titel: »Immanuel Kant's / physische Geographie. / Auf / Verlangen des Verfassers, / aus seiner Handschrift herausgegeben / und zum Theil bearbeitet / von / D. Friedrich Theodor Rink« - Die von Rink benutzten Manuskripte sind seither verschollen, d. h., allem Vermuten nach untergegangen.
- 3) Erich Adickes hat im Zuge seiner Tätigkeit als Herausgeber des handschriftlichen Nachlasses von Kant in zwei Studien (Untersuchungen 1911 bzw. Ein neues Heft 1913) die damals bekannten Nachschriften des Kollegs untersucht und unter anderem festgestellt, daß Rink bei seiner Ausgabe sehr nachlässig verfahren ist, daß er mit zahlreichen Anmerkungen versucht hat, den Kantischen Text zu aktualisieren und daß Rink zwei verschiedene Konzepte der Vorlesung miteinander verbunden hat: Ein früheres von ca. 1758/59 und ein späteres von 1775. Parallel dazu konnte Adickes zeigen, daß ein Teil der erhaltenen studentischen Kolleghefte auf ein eigenhändiges, ca. 1758/59 entstandenes Manuskript von Kant zurückgeht, und weiter daß auch für das spätere - nur in den Nachschriften dokumentierte - Konzept von 1775 hinreichend Quellen verfügbar sind, um eine kritische Neu-Edition von Kants Physischer Geographie veranstalten zu können. - Inzwischen (1999) konnte ermittelt werden, daß die von Adickes auf den Sommer 1775 datierte Vorlesung mit ziemlicher Sicherheit aus dem Sommer 1774 stammt.
- 4) Der in Band 9 der Akademie-Ausgabe erstmals 1923 publizierte, der Ausgabe von Rink folgende, Text stellt keine Umsetzung des von Adickes entwickelten editorischen Konzepts dar. Er kann nicht als verläßliche Auskunftsquelle für Kants Vorlesung über Physische Geographie angesehen werden. Insbesondere deswegen nicht, weil der Text auf den Seiten 156-273 den Anfang der Vorlesung nach dem Kantischen Konzept von 1774 bringt und dann bis zum Schluß S. 436 zum älteren Konzept von 1758/59 wechselt. Vgl. auch die nachträglichen Korrekturen am Editionstext durch den Herausgeber Paul Gedan in den Lesarten S. 514ff.
- 5) Ein erstes - noch vorläufiges - Editionskonzept sieht ein vierstufiges Vorgehen vor:
- Rekonstruktion des Kantischen Textes von ca. 1758/59 anhand der Manuskripte 'Holstein-Beck', 'Philippi', 'Ms germ quart 398' der Berliner Staatsbibliothek
und der Edition von Rink,
- Verfügbare Nachschriften des Kollegs aus den 1760er Jahren (Herder,
Hesse),
- Das Konzept von Mitte der 1770er Jahre,
- Spätere Nachschriften.
6) Strukturen der verschiedenen Fassungen
Zur Orientierung über die Quellenlage (Geographie-Hefte)
Kurze bibliographische Hinweise zur Sekundärliteratur
Kant's physische Geographie -- eine Herausforderung? [Werner Stark, Antrittsvorlesung: Marburg, den 4. Mai 2001]
Vortrag: Physische Geographie in Königsberg
April 2004: Kaliningrad, Staatliche Universität(Russland); Internationale Kant-Tagung: Kant zwischen Ost und West.
© 1997/2002
Erstes Datum 22. Dezember 1999
Zuletzt aktualisiert: 16. Nov. 2004