Renato Berta: Biografie
Renato Berta ist 1945 in Bellinzona (Schweiz) geboren und im Tessin aufgewachsen. Von 1961 bis 1965 macht er eine Lehre als Mechaniker und studiert anschließend ein Semester am Technikum in Biel. Schon früh interessiert er sich leidenschaftlich für das Kino. 1964 ist er beim Filmfestival in Locarno Jurymitglied in der von Freddy Buache und Freddy Landry geleiteten Sektion „Cinema e gioventù“. Dort begegnet er dem brasilianischen Regisseur und Protagonisten des „cinema nôvo“, Glauber Rocha, der seine visuelle Begabung erkennt und ihn auffordert, sich an der Filmschule in Rom für die Kameraklasse zu bewerben. Renato Berta wird tatsächlich aufgenommen und schließt 1967 eine zweijährige Ausbildung zum Chefkameramann am „Centro Sperimentale di Cinematografia“ mit einem Diplom ab. Das Studium in Rom eröffnet ihm zugleich die Möglichkeit, intensiv in die damals höchst bewegte italienische Filmszene einzutauchen. Er begegnet so herausragenden Regisseuren wie Roberto Rossellini und Luchino Visconti. Pier Paolo Pasolini analysiert am Schneidetisch mit den Kamerastudenten über mehrere Tage hinweg John Fords THE MAN WHO SHOT LIBERTY VALANCE. Für den lernbegierigen Renato Berta sind dies „unvergessliche Momente“.
Bereits am Ende seines Kamerastudiums dreht er zusammen mit jungen Schweizer Cineasten wie Yves Yersin und Francis Reusser seine ersten Filme. Renato Berta wird in der sich um 1970 konstituierenden Bewegung des „Neuen Schweizer Kinos“ zu einer Schlüsselfigur. Alle wichtigen Filme dieser zugleich spielerischen und politischen Reformbewegung hat er fotografiert. Den bald in ganz Europa hochgeschätzten Regisseuren Alain Tanner, Claude Goretta, Daniel Schmid und Thomas Koerfer hat er mit seiner Bildarbeit zum Durchbruch verholfen. 1970 arbeitet er zum ersten Mal mit dem Ehepaar Danièle Huillet und Jean Marie Straub zusammen. Insgesamt acht Filme hat Renato Berta mit den beiden gedreht. Diese Kooperation zählt er selbst zu seinen wichtigsten Erfahrungen.
In den 1980er Jahren wird Renato Berta zu einem Kameramann von Weltrang. Er arbeitet mit allen bedeutenden Regisseuren der Nouvelle Vague-Generation zusammen: Alexandre Astruc, Jean-Luc Godard, Jacques Rivette, Louis Malle, Alain Resnais, Eric Rohmer und Claude Chabrol. Renato Bertas Filmographie umfasst gegenwärtig mehr als 100 Filme. Seine jüngste Arbeit, MAX & CO., ein aufwändiger Puppen- und Animationsfilm der Brüder Frédéric und Samuel Guillaume, befindet sich im Stadium der Postproduktion.
Renato Berta wirkte als geschätztes Mitglied zahlreicher Fachjurys bei internationalen Festivals wie dem Kurzfilm-Festival von Clermont-Ferrand (1995), dem Filmfestival von San Sebastian (2002), dem Kurzfilmfestival von Venedig (2005) und den internationalen Filmfestspielen von Cannes (2007). Er ist schweizerischer und französischer Staatsbürger und lebt überwiegend in Paris.
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