Panel 4.6 | Vorgänge des Rechts. Urteile, Tafeln, Stile, Stiche

Vorgänge des Rechts: Urteile, Tafeln, Stile und Stiche
Das Panel beschäftigt sich anhand von vier historischen Beispielen mit kulturtechnischen Vorgängen des Rechts. Die Tautologie, nach der nur Recht Recht und Recht nur Recht ist, ist nicht bruchlos. Kulturtechniken des Rechts erzeugen eine seltsame Eigenheit. Es ist etwas Anderes als Recht, in dem Recht seine Ressourcen erhält und überträgt. Vom Bildraum eines Rathauses, über Illustrationen zur Prozeßsucht und Tafeln der Verfassung bis hin zur Anleitungspoetik einer Urteilschrift verfolgen die vier Beispiele eine diagonalen Wissenschaft, die aufspüren will, wie sich das Recht mit dem verbindet, was es nicht ist.

Statt der Expertise der Rechtswissenschaft dadurch nachzueilen, dass man medienwissenschaftliche Gründe an das Recht heranträgt, würde die diagonale Wissenschaft an einer Logik der »Untergründlichkeit« arbeiten. Statt die Grenzen des Medienrechts (sei es affirmativ, sei es kritisch) dadurch abzusichern, dass man die Gesetze der Medien festlegt, ist es in dieser Perspektiver wichtiger, die Genealogie des Rechts und der Medien aus Vorgängen heraus zu analysieren, deren Kontingenz nicht geleugnet und deren Gewalt nicht ignoriert werden kann. Weder die Aporien noch die Passagen des Gesetzes sollen in dieser Forschung ausgeblendet werden. Sie sollte nicht zugangsfixiert sein, sondern sich auch um Ausgänge sorgen.

Teilnehmer des Panels sind Claudia Blümle(/Münster), Stefanie Günthner (Frankfurt am Main), Rupert Gaderer (Bochum) und Fabian Steinhauer (Weimar).

Fabian Steinhauer (Weimar)
Rechtsmontagen 1929/1930

Rupert Gaderer (Bochum)
Litis Abusus, oder: Der Wahnsinn des Rechts

Stefanie Günthner (Frankfurt)
Border-Line: Zur Gespaltenheit des modernen Richteramtes

Claudia Blümle (Berlin)
Prozessualität des Rechts. Zum Akt des Urteilens vor und im Bild